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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Gerbstoffe.

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Balata ist der eingetrocknete Milchsaft von Mimusops globosa, einesin Westindien usw. heimischen Baumes aus der Familie der Sapo-taceen. Sie kommt als Ersatz der Guttapercha in den Handel undsteht in ihren Eigenschaften in der Mitte zwischen Kautschuk undGuttapercha. Sie hat die gleiche Verwendung wie jene.

Gerbstoffe.

Gerbstoffe, Tannoide oder Gerbsäuren (vgl. auch S. 499 u. f.)sind stickstofffreie, aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoffbestehende Verbindungen, meist amorpher Natur, welche imPflanzenreich sehr verbreitet vorkommen. Sie lösen sich inWasser und Alkohol auf, schmecken herb, adstringierend, werdendurch Eisenoxydsalze blauschwarz oder grün gefärbt und liefernmit den leimgebenden Geweben der tierischen Haut unlösliche,der Fäulnis widerstehende Verbindungen Leder. Die Lösungender Gerbstoffe zeigen eine schwach saure Reaktion und werdendurch die meisten Metallsalze gefällt. Durch Einwirkung vonFormaldehyd entstehen aus den Gerbstoffen, unter Abspaltungvon Wasser, unlösliche Methylenverbindungen. Trockene Destil-lation zersetzt die Gerbstoffe, es bildet sich dabei häufig Brenz-catechin, C 6 H 4 (OH) 2 , zuweilen auch Pyrogallol, C G H 3 (OH) 3 . Ver-dünnte Säuren oder ätzende Alkalien spalten beim Kochen dieGerbstoffe, es entstehen dabei häufig neben Zacker rote, amorphe,in Wasser unlösliche, in Alkohol und in ätzenden Alkalien los-gehe Stoffe, die Fhldbaphene. Diese letzteren finden sich auch,entstanden durch Enzymwirkung, teilweise fertig gebildet in denbetreffenden Pflanzen vor. Die Gerbstoffe bzw. die Phlobaphenegeben beim Schmelzen mit Kalihydrat meistens Phloroglucin,c eH 3 (OH) 3 , und Protocatechusäure, C 0 H 3 (OH) 2 .COOH.

Die Gerbstoffe kommen in den höheren Pflanzen in be-deutenderer Menge nicht nur in den .Blättern, sondern auch inder Rinde, in dem Holze, in den Wurzeln und Rhizomen, sowiea nch in den Früchten vor. Selbst die niederen Pflanzen (Algen,fechten, Moose, Pilze und Gefässkryptogamen) bilden Gerbstoffe.

Zwecks Gewinnung der Gerbstoffe werden meist die be-treffenden Pflanzenteile mit Wasser extrahiert, die filtriertenAuszüge mit neutralem oder basischem Bleiacetat gefällt unddi e erhaltenen Niederschläge nach sorgfältigem Auswaschen mitWasser durch Schwefelwasserstoff unter Wasser zersetzt.

Die Konstitution der Gerbstoffe ist noch wenig bekanntUn d man kann deswegen zurzeit noch keine exakte Definition