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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Kolophonium.

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Gewichte Weingeist eine graubraune, trübe, nach dem Filtrierenklare, Lackmuspapier rötende Lösung. Beim Verdampfen desWeingeistes unä Trocknen des Kückstandes bei 100° müssen min-destens 6,5 gr einer in dünner Schicht durchsichtigen, halbflüssigenbraunen Masse hinterbleiben. Diese muss in Benzol fast völlig,darf aber in Petroleumbenzin nur teilweise löslich sein. Das Ge-wicht des beim Lösen von rohem Storax in siedendem Weingeisthinterbleibenden Kückstandes darf nach dem Trocknen bei 100°höchstens 2,5% betragen. Wird Styrax verordnet, so ist Styraxdepuratus abzugeben. Styrax depuratus, gereinigter Storax.Roher Storax wird durch Erwärmen auf dem Wasserbade von demgrössten Teile des anhängenden Wassers befreit und in 1 T. Wein-geist gelöst. Die Lösung wird filtriert und bis zur Verflüchtigungdes Weingeistes eingedampft. Gereinigter Storax ist eine braune,in dünner Schicht durchsichtige Masse von der Konsistenz einesdicken Extrakts. Er löst sich klar in 1 T. Weingeist und fastvöllig in Aether, Schwefelkohlenstoff und Benzol, nur teilweise inPetroleumbenzin. Die gesättigte, weingeistige Lösung trübt sichauf Zusatz von mehr Weingeist. Gereinigter Storax sinkt in Wasserunter; dabei zeigen sich au der Oberfläche des Wassers nur höchstvereinzelte farblose Tröpfchen. Wird gereinigter Storax mit wenigWasser gekocht und das Wasser heiss abfiltriert, so scheiden sichnach dem Erkalten kleine Krystalle aus; beim Erwärmen der heissenLösung mit Kaliumpermanganatlösung und verdünnter Schwefel-säure tritt der Geruch nach Bittermandelöl auf. Gereinigter Storaxdarf durch Trocknen bei 100° höchstens 10°/ 0 an Gewicht verlieren.

II. Hartharze.

Da die Hartharze wenig oder gar kein ätherisches Oel ent-halten, so bilden sie bei gewöhnlicher Temperatur feste, spröde,meist leicht zerreibliche Massen.

Hierher gehören als wichtigste nach dem D.A. B. V:! Kolophonium, Coloplionium. Das vom Terpentinöl befreite Harz ver-schiedener Pinus-Artcn. Glasartige, durchsichtige, oberflächlichbestäubte, grossmuschelig Brechende, in scharfkantige Stücke zer-springende, gelbliche oder hellbräunliche Stücke, die im Wasser-bade zu einer zähen, klaren Flüssigkeit schmelzen und bei stär-kerem Erhitzen schwere, weisse, aromatisch riechende Dämpfeausstossen. Säurezahl 151,5 bis 179,6. Kolophonium löst sich lang-sam in 1 T. Weingeist und in 1 T. Essigsäure. In Natronlauge,AethBr, Chloroform, Schwefelkohlenstoff und Benzol ist es völlig,in Pctroleumbenzin nur zum Teil löslich. Die weingeistige Lösungrötet Lackmuspapier.