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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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365
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Mercerisierte Baumwolle und Kunstseide.

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Collodiuiu eliist icnni. elastisches Collodiuin, wird aus 1 T. Ricinus-51, 5 T. Terpentin und 94 T. Collodium gemischt.

Collodiuin cantharidatum, Soanischfliegen-Collodium, wird auseinem Aetherextrakt aus spanischen P'liegen und Collodium gemischt.

Mercerisierte Baumwolle und Kunstseide.

Wenn man Baumwolle oder baumwollene Gewebe mitkonzentrierter Natronlauge tränkt, so schrumpfen sie erheblich.Hindert man aber derartige Baumwolle am Schrumpfen, indemman sie vor dem Tränken mit der Natronlauge ausspannt, sonimmt die gespannte Baumwollfaser einen seidenartigen Glanzan. Das Verfahren wird nach seinem Entdecker, dem EngländerMercer, Mercerisieren der Baumwolle genannt. Meist geht dieMercerisation dem Aufdrucken der Farbstoffe voraus, man er-zeugt also auf dem ganzen Gewebe einheitlich den Glanzeffekt.Man druckt aber auch Lauge nur an bestimmten Stellen aufdas Baumwollgewebe, verfolgt dabei aber nicht den Zweck,Seidenglanz hervorzurufen, sondern eine Schrumpfung der be-druckten, und daher eine Kräuselung der nicht von der Laugebenetzten dazwischen liegenden Stellen, den sogenannten Krümpel-oder Cretonne-Effekt zu erzielen.

Die älteste Methode der Kunstseidefabrikation rührt vonChardonnet (1885) her. Er presste eine Auflösung von'Kollo-diumwolle in Aetheralkobol unter einem Druck von 40ÖUAtmosphären durch gläserne Spinndüsen, sogenannte künstlicheSeidenwürmer, zu 8 / 100 mm dicken Fäden in Wasser. Das Wasserentzieht der Oberfläche Alkohol und Aether und bildet eindünnes Collodiumhäutchen auf der Oberfläche des Fadens, derdann an die Luft tritt und völlig trocknet. Durch Anwendungvon wasserhaltiger Nitrocellulose, in Alkohol Aether gelöst, gelanges, die Vorbehandlung mit Wasser zu umgehen. Die Collodium-fäden sind natürlich äusserst feuergefährlich. Sie müssen dahermit Schwefelnatrium oder Schwefelammoniumlösung denitriertwerden. Auf diese Weise wird Cellulose oder ein Hydrat der-selben zurückgebildet und die entstandene Kunstseide kann dannwie Baumwolle gefärbt werden. Jetzt wendet man zur namkation der Chardonnetseide Düsen an, welche nach dem Vorschlagvon Strehlenert mehrere Oeffnungen besitzen. Indem man DeSpinnen diese Düse sich langsam drehen lässt, erhalt manmittelbar einen gezwirnten Faden, die Grege.

Ein zweites Verfahren der Kunstseidegewinnung bestehtdarin, dass man Cellulose, die zuvor mit Natronlauge behandelt