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Collodium.
beschickt; dann lässt man die Centrifuge langsam laufen undträgt allmählich 8 kg Baumwolle ein. Nach einer halben Stundeist die Nitrierung beendet, man öffnet den Ablasshahn und lässtdie Centrifuge schnell laufen. Die ausgeschleuderte Schiesswollewird nun sorgfältig gewaschen und entweder noch feucht zuSprengpatronen und Torpedofüllungen gepresst, oder bei 40 bis50° getrocknet, mit Aetheralkohol, Aceton oder Essigäther ge-latiniert, zu Platten gewalzt, welche, in Blättchen geschnitten,als Gewehr- und Geschätzpulver dienen.
Statt Nitrocellulose findet auch Nitrostärke als SprengstoffAnwendung. Zu ihrer Herstellung löst man bei 100° getrock-nete Stärke in konzentrierter Salpetersäure und spritzt dieseLösung in Salpeterschwefelsäure, z. B. die Abfallsäure von derNitroglyceringewinnung. Die Nitrostärke fällt pulverförmig aus,wird abfiltriert und sorgfältig mit Wasser gewaschen. Da mandie letzten Beste Säure schwer entfernen kann, wird die nochfeuchte Nitrostärke mit etwas Anilin versetzt, um sie haltbarerzu machen.
Collodium.
Zur Darstellung der Collodiumwolle, des Colloxylins, das nach«bigern aus Cellulose-di-, tri- und -tetranitrat besteht, werden 400 T.rohe Salpetersäure vorsichtig mit 1000 T. roher Schwefelsäure gemischt;nachdem die Mischung auf 20° abgekühlt ist, drückt man in dieselbe55 T. gereinigte Baumwolle ein und lässt das Gemisch 24 Stunden langbei 15—20° stehen. Hierauf bringt man die Collodiumwolle in einenTrichter und lässt sie 24 Stunden lang zum Abtropfen des über-schüssigen Säuregemisches stehen. Die zurückbleibende Collodium-wolle wäscht man sodann mit Wasser so lange aus, bis die Säurevollständig entfernt ist, drückt sie aus und trocknet sie bei 25°.
Collodiumwolle sieht äusserlich wie Baumwolle aus. Sie ist wenigerexplosiv, wie Schiessbaumwolle, brennt langsamer ab, als diese, i* 1unlöslich in Wasser, Alkohol und Aether, wohl aber löslich in Aether-alkohol. Als Cellulosenitrat ist sie mit Natronlauge verseifbar, sie istAlso chemisch keine „Nitrocellulose".
Zur Herstellung von Collodium werden 2 T. Collodiumwolle ineiner Flasche mit (1 T. Weingeist durchfeuchtet und mit 42 T. Aetherversetzt. Die Mischung wird wiederholt geschüttelt, und die gewonneneLösung nach dem Absetzen klar abgegossen.
('ollodium ist eine farblose oder nur schwach gelblich gefärbte,neutrale, syrupdicke Flüssigkeit, welche nach dem Verdunsten desAetherweingeistes in dünner Schicht ein farbloses, fest zusammen-hängendes Häutchen, C'ollodiumfiäutchen, hinterlässt.