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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Harnstoff.

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nitrat wird abgesogen, in warmem Wasser gelöst, die Lösung mitKaliumpermanganat entfärbt und nun mit Baryumcarbonat versetztEs entstehen Baryumnitrat und Harnstoff. Dieser wird dem Ver-dampfungsrückstand mit Alkohol entzogen.

Theoretisch und historisch wichtig ist die Synthese desHarnstoffs aus cyansaurem Ammon. Verdampft man eine Lösungäquivalenter Mengen Kaliumcyanat und Ammoniumsulfat, sokrystallisiert Kaliumsulfat aus. Die davon abfiltrierte Laugegibt, zur Trockne verdampft, an Alkohol Harnstoff ab:

CNONH 4 = CO(NH 2 ) 2Ammoniumcyanat Harnstoff.

Die Reaktion führt zu einem Gleichgewichtszustand zwischenwenig Ammoniumcyanat und viel Harnstoff, sie ist daher um-kehrbar. Erhitzt man '/io Norm. Harnstofflösung längere Zeitauf 100°, so werden 45°/ 0 Harnstoff in Ammoniumcyanat zurück-verwandelt und können als Silbercyanat ausgefällt werden.

Harnstoff entsteht ferner beim Erhitzen einer Lösung vonKohlenoxyd in ammoniakalischer Kupferchlorürlösung :

CO + 2NH S + Cu 2 Cl 2 = 2 HCl + 2Cu + CO(NH 2 ) 2Kohlenoxyd Harnstoff.

Harnstoff wird gebildet durch Einwirkung von Ammoniakauf Urethane (S. 326), auf Kohlensäure- und Chlorkohlensäure-ester und auf Phosgen:

CO(OC 2 H 5 ) 2 + 2NH 3 = 2C,H 5 OII + CO(NH 2 ) 2C1C0.0C 2 H 6 + 2NH 3 = HCl -f C 2 H 5 OH + CO(NH 2 ),COClg + 2NH S = 2HC1 + CO(NH 2 ) 2

Er entsteht beim Erhitzen von carbaminsaurem Ammonauf 130140° (S. 326).

Technisch gewinnt man ihn, indem man aus Phenolnatriumund Phosgen Phenylcarbonat darstellt und auf den geschmolzenenKohlensäurephenylester Ammoniak einwirken lässt:

COCl 2 + 2C (; H 5 ONa = 2NaCl + 00(00,^^Phosgen Phenolnatrium Phenylcarbonat.

COCOC^H;;)«, + 2NH 3 = 2C f ,H 5 OH + CO(NH 2 ) 2

Phenylcarbonat Phenol Harnstoff.

Harnstoff, Urea pura, Carbamid, bildet farblose, luftbeständige,salpeterartig schmeckende, lange rhombische Prismen, die im gleichenTeil Wasser, in 5 T. heissem Weingeist löslich, in Aether fast unlöslichsind. Die wässrige Lösung (1 = 5) gibt, mit Salpetersäure versetzt, einenkrystallinischen Niederschlag von Harnstoffnitrat.

Erhitzt man eine Spur Harnstoff Im Porzellansehälchen bis zurbeginnenden Trübung der geschmolzenen Masse, lässt erkalten, fügt