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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Senföl.

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fachen Gewicht Wasser in einer gut verzinnten Destillierblasezu einer gleichmässigen Masse angerührt. Nach fünfstündigemStehen wird so lange destilliert, als noch Oel übergeht. Dieseswird abgehoben, mit Chlorcalcium getrocknet und rektifiziert.Dabei fängt man das zwischen 148152° übergehende als Senfölauf. Die Ausbeute beträgt 0,61,1 °/ 0 . Bei der Berührung mitkupfernen Destillierblasen entsteht Cyanallyl:

SCN.C S H 5 + Cu = CuS + C 3 H 6 CNAllylsenföl Cyanallyl.

Das durch Destillation aus Senfsamen gewonnene Senfölenthält stets kleine Mengen Schwefelkohlenstoff, deren Herkunftnoch unbekannt ist.

Künstlich wird das Senföl entweder durch Destillation vonRhodankalium mit Allyljodid, oder mit allylschwefelsaurem Kaliumgebildet. Das zunächst entstehende Bhodanallyl N C.S.C 3 H 5lagert sich schon bei seiner Siedetemperatur in Allylsenföl um:

CNSK + C 3 H 5 J = KJ +Rhodankalium Allyljodid

CNSK + SO4KC3H5 = S0 4 K 2

+

Rhodankalium

Allylschwefels.Kaliuni

scn.chj

Allylsenföl.SCN.C3H,Allylsenföl.

10 T. feingepulvertes Rhodankalium, 10 T. Alkohol und17 T. Allyljodid werden in einem Kolben mit Rückflusskühlera uf dem Wasserbade erhitzt, bis keine Vermehrung des sichausscheidenden Jodkaliums mehr stattfindet. Dann scheidet mandurch Wasserzusatz das Senföl ab, trennt es von der wässrigenLösung, trocknet es mit Chlorcalcium und rektifiziert es.

Senföl, Oleum Sinapis, ist das aus entölten gepulverten Senf-«amen in der oben geschilderten Weise destillierte Oel. Senföl ist vongelblicher Farbe und scharfem Geruch. Mit Weingeist mischt es sichfr» jedem Verhältnis. Es siedet zwischen 148 und 152° und besitzt dasspez. Gewicht 1,0181,025.

Giesst man zu 3 gr Senföl nach und nach unter guter Abkühlung6 gr Schwefelsäure, so tritt beim Umschütteln Gasentwicklung ein. Diegelbe, keinesfalls dunkle Mischung ist zunächst vollkommen klar, wirdzähflüssig, bisweilen krystallinisch und verliert den scharfen Geruchdes Senföls:

SCN.C s H r> + H ä O = COS + NH 2 .C S H 5Senföl Kohlenoxysulfid Allylamin.

Fette und ätherische Oele würden Färbungen mit der Schwefel-saure veranlassen, Chloroform, Schwefelkohlenstoff würden das Ein-treten einer klaren Mischung verhindern.