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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Cyankalium,

Blausäure eine sehr schwache Säure ist. Dalier riechen sie auchnach Blausäure. Sie werden schon von Kohlensäure zersetzt.Die übrigen Cyanide sind in Wasser schwer oder unlöslich,lösen sich aber leicht in Alkalicyanidlösung.

Die Alkalicyanide sind beim Glühen unter Luftabschlussbeständig, bei Luftzutritt geglüht, nehmen sie Sauerstoff aufund bilden Cyanate. Die Cyanide der übrigen Metalle erleidenbeim Glühen Zersetzung.

Die durch Auflösen unlöslicher Metallcyanide in Cyan-kaliumlösung entstehenden Doppelcyanidc zerfallen in zweiKlassen. Die einen werden durch verdünnte Mineralsäurenwieder zerlegt unter Abscheidung von unlöslichem Metallcyanidund Blausäure, wie Kaliumsilbercyanid, Kaliumkupfercyanid:

= Ag-CN + N0 8 K + HCNCyansilber Blausäure.

Ag(CN),K + NO,,HKaliumsilbercyanid

Die andern spalten nicht Cyanwasserstoff ab, sondern ver-halten sich wie Salze komplexer Säuren, wie z. B. Ferro- undFerricyankalium:

Fe(('N) 6 K 4 + 4HCI = 4KC1 + Fe(CN) 6 H 4Ferrocyaiikaliuin Ferrocyau Wasserstoff.

Auch manche Salze der ersten Gruppe verhalten sich wiekomplexe Salze: Im Kaliumkupfercyanid ist das Kupfer durchSchwefelwasserstoff nicht fällbar, es ist ein komplexes Salz; ausdem Kaliumcadmiumcyanid fällt Schwefelwasserstoff Schwefel-cadmium, es ist ein Doppelsalz.

Cyankalium, KCN.

Cyankalium entsteht:, wenn ein Gemisch von Kalium oderKaliumcarbonat und Kohle im Stickstoffstrom zur Weissgluterhitzt wird:

K + C + N = KCNC0 3 K 2 -f 4C + 2N = 3CO -f 2KCN

Die Bedingungen für das Eintreten dieser Reaktion findensich beim Hochofenprozess, daher tritt bei.diesem die Bildungvon Cyankalium auf. Cyankalium bildet sich ferner, wenn manmetallisches Kalium im Dicyanstrom erhitzt:

2K + (CN) 2 = 2KCN

Chemisch reines Cyankalium stellt man dar, indem mannach S. 297 entwickelten Cyanwasserstoff in eine klare, etwa30°/ 0 ige, alkoholische Lösung von Kaliumhydroxyd leitet. Das