Kirschlorbeerwasser.
301
ist. Hierzu sollen mindestens 4,5 und höchstens 4,8 cc Vio N. Silberlösung-erforderlich sein.
Durch den Zusatz der Kalilauge wird das Benzaldehydcyanhydrinin Benzaldehyd und Cyankalium gespalten. Das Cyankalium liefertbei der Titration mit Silbernitrat zunächst Kaliumsilbercyanid:
2KCN +
2.27,05 HCN
N0 3 Ag
169,07
N0 3 K + Ag(CN) 2 K
Kaliumsilbercyanid.
Ist aller Cyanwasserstoff in Kaliumsilbercyanid übergeführt, Siruft der nächste Tropfen Vio N. Silberlösung eine bleibende Trübungvon Cyansilber hervor:
Ag(CN) 2 K + N0 3 Ag = N0 3 K + 2AgCNKaliumsilbercyanid Cyansilber.
Ein Molekül Silbernitrat zeigt also 2 Moleküle Blausäure an undfolglich entspricht 1 cc V10 N - Silberlösung = 0,00541 gr HCN. Die für25 cc Bittermandelwasser vorgeschriebenen 4,5—4,8 cc 1 / 10 Silberlösungentsprechen demnach 0,996—1,05 °l m Blausäuregehalt, wenn man dasspez. Gewicht zu 0,975 annimmt.
5 cc Bittermandelwasser sollen nach dem Abdampfen einen wäg-baren Rückstand nicht hinterlassen. Bei der Aufbewahrung des Bitter-mandehvassers wird der Benzaldehyd teils zu Benzoesäure, C fi H 5 .COOH,oxydiert, teils in Benzoi'n, C fi H 5 .CH(OH).CO.C 6 H 5 , übergeführt, welchesich eventuell als gelblichweisser Bodensatz absetzen.
Aqua Amygdalarum amararum diluta, verdünntes Bittermandel'Wasser, ist eine Mischung aus 1 T. Bittermandelwasser und 19 T.Wasser.
Aqua Lanrocerasi, Kirschlorbeerwasser, wird aus 15 T. grobzerschnittener frischer Kirschlorbeerblätter und 45 T. Wasser genauwie das Bittermandelwasser destilliert, d. h. zu 3 T. Weingeist werden9 T. Destillat übergetrieben und das Produkt ebenfalls auf l 0 ' m Blau-säuregehalt gestellt. Das spez. Gewicht des Kirschlorbeerwassers soll0,965—0,969 betragen, es soll klar oder fast klar sein.
Salze des Cyanwasserstoffs, Cyanide.
Die Blausäure ist in vieler Beziehung den Ilalogenwasser-stoftsäuren ähnlich; die Salze derselben werden gebildet durchSättigen der Oxyde oder Hydroxyde oder durch Wechsel-zersetzung.
Die Salze der Alkali- und Erdalkalimetalle und das Queck-silhercyanid sind in Wasser löslich. Die Lösungen reagierenalkalisch, weil sie stark hydrolytisch gespalten sind, da die