Nitrolsäuren, Pseudonitrole. 279
auf Dibrombernsteinsäure oder Isodibrombernsteinsäure. Ueberihre Umwandlung in Propiolsäure siehe S. 273.
Eine Olefintricarbonsäure ist die
CH 2 .COOHIAconitsäure, C.COOH , welche sich in Aconüumarten, imIICH.COOH
Equisetum fluviatile, Achülea millefolium, im Zuckerrohr, in derliunkelrübe und anderen Pflanzen findet. Sie schmilzt bei 191und zersetzt sich dabei in Kohlensäureanhydrid, Wasser undItaconsäureanhydrid. Naszierender Wasserstoff führt sie in Tri-carballylsäure über.
0. Stickstoffderivate der aliphatischen Reihe.1. Nitroderivate.
Die Bildung von Mononitroderivaten der Grenzkohlenwasser-stoffe aus Jodalky] und Silbernitrit ist bereits S. 233 besprochenworden. Je nachdem, ob die Nitrogruppe an ein primäres,sekundäres oder tertiäres Kohlenstoffatom gebunden ist, verhaltensich die Mononitroverbindungen verschieden gegen naszierendesalpetrige Säure. Die primären liefern damit Nitrolsäuren, diesekundären Pseudonitrole, auf die tertiären findet keine Ein-wirkung statt. Diese Reaktionen benutzt man zur Unterscheidungprimärer, sekundärer und tertiärer Alkohole, die ja leicht in Jod-alkyle und weiter in Mononitroderivate übergeführt werdenkönnen.
Nitrolsäuren entstehen aus primären Nitroverbindungen undsalpetriger Säure:
CH 3 .CH 2 .N0 2 + NOOH = H 2 0 +Nitroäthan
;NOH
CH 3- C sN0 2Aethylnitrolsäure.
Die Nitrolsäuren sind farblose oder schwach gelbliche,krystalliniscbe Stoffe, welche sich in Alkalien mit dunkelroterFarbe lösen. Ihrer Konstitution nach sind sie Nitrooxime.
Pseudonitrole, stechend riechende, krystallinische, in Wasserand Alkalien unlösliche Stoffe, lösen sich in Alkohol, Aether,Chloroform mit tiefblauer Farbe und entstehen aus sekundärenNitroverbindungen mit salpetriger Säure: