Druckschrift 
Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
Entstehung
Seite
37
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Thiol.

37

kleinen Teil in Petroleumbenzin. Die wässerige Lösung- 1 = 10 lässt,mit Salzsäure vermischt, eine dunkle, harzartige Masse fallen, welchein Aether, sowie in Wasser löslich ist, aus letzterer Lösung jedochsich auf Zusatz von Salzsäure oder von Natriumchlorid wieder aus-scheidet Mit Kalilauge erwärmt, entwickelt Ichthyol Ammoniak, undes hinterlässl diese Mischung nach dem Eintrocknen und Erhitzen eineKohle, welche mit Salzsäure Übergossen Schwefelwasserstoff entwickelt.Beim Eintrocknen im Wasserbad soll es höchstens die Hälfte seinesGewichtes verlieren.

Isarol ist ein dem Ichthyol ähnlicher, aus dem Destillat vonbituminösem Schiefer hergestellter Stoff.

Petrosulfol, Ichtliyoluni austriacum, ist das aus schwefelhaltigemleer dargestellte Ammonsalz von Sulfosäuren. Ivs ist dunkler, dickerund weniger penetrant riechend als Ichthyol.

Thiol wird aus Braunkohlenparaffinöl vom spez. Gewicht 0,87 dar-gestellt, indem man zunächst Schwefel bei etwa 215° darauf einwirken'ftsst und das Reaktionsprodukt in der Kälte mit konz. Schwefelsäurebehandelt. Die, dabei entstehenden Sulfone werden mit Wasser ab-geschieden, in Wasser gelöst, aus dieser Lösung mit Kochsalz ab-geschieden und die wässrige Lösung der Dialyse unterworfen. DerRückstand auf dem Dialysator hinterbleibt beim Verdunsten in neu-tralen, braunschwarzen, glänzenden Lamellen oder als dunkelbraunesPulver von schwach bituminösem Gerüche und etwas bitterlichem,susammenziehendem Geschmack. Es ist in Wasser löslich, die etwa*o%ige Lösung ist das Thioluiu liquidum.

Tuinenol wird ähnlich wie Ichthyol aus schottischem Schieferölgewonnen, das zuvor mit Schwefelsäure von Pyridinbasen und mitNatronlauge von Phenolen befreit wurde. Aus dem Natriumsalz derdaraus hergestellten Sulfonsäu'ren lässt sich durch Aether das Tumenol-* u/ /'on als dunkelgelbe, in Wasser unlösliche Flüssigkeit abtrennen.Aus der ausgeätherten Lösung des Natriumsalzes fällt nach demAnsäuern mit Salzsäure Kochsalz die, Tumenolsulfoaäure aus. Dieseist ein braunschwarzes, bitter schmeckendes, in Wasser löslichesPulver.

Tlilgenol ist eine nahezu geruch- und geschmacklose, braune."ick syrupartige Flüssigkeit, welche etwa 33°/ 0 des Natriumsalzes einerSynthetisch erhaltenen Sulfonsäure mit 10% organisch gebundenemSchwefel enthält

Thiolinsäiire wird aus geschwefeltem Leinöl, Oleum Lini sul-

Ul 'ätuu>, gewonnen, indem man dasselbe mit Schwefelsäure erhitzt

j ,,ul so in Sulfosäure verwandelt. Dieselbe ist unlöslich in Wasser,

" s| «ich aber, infolge von Bildung thiolinsaurer Salze in ätzenden und

k °hlensauren Alkalien.