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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Ichthyol.

schillernden, geruchlosen und geschmacklosen Flüssigkeit schmilzt.Unter dem Mikroskop zeigt sich Vaselin nicht oder nur undeutlichkrystallinisch. Geschmolzenes Vaselin darf an heissen Weingeist keineblaues Lakmuspapier rötenden Stoffe, an siedende Natronlauge keinedaraus durch Salzsäure abscheidbaren Stoffe abgeben. Mit dem gleichenRaumteil Schwefelsäure in einer mit dieser Säure gereinigten Schalezusammengeriebenes Vaselin darf sich innerhalb einer halben Stundezwar braun, aber nicht schwarz färben.

Vasogen, Vaselinum oxygeiiatum, ist eine Salbengrundluge, die an-geblich ein mit Sauerstoff angereichertes Vaselin ist.

Vasolimente, Emulsionen aus ammoniakalischer Oelseife, Alkohol undfestem oder flüssigem Paraffin, sind als Ersatz für Vasogen in Vorschlag ge-bracht worden.

Schieferölpräparate und deren Konknrrenzpräparate.

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Aus bituminösen Schiefern erhält man durch trockene Deslil-lation teils gasförmige, teils flüssige Produkte, von denen die teer-artigen dem Braunkohlenteer einigermassen nahe stehen. Zu um-fassender therapeutischer Anwendung gelangte der Typus der hierhergehörigen Stoffe, das Ichthyol, ein Abkömmling des aus dem bei See-feld in Tirol gewonnenen Stinkstein resultierenden Rohöles. DiesesRohöl ist ein durchsichtiges, braungelbes Oel von unangenehmem anMerkaptane und Petroleum erinnerndem Geruch. Es besitzt das spez.Gewicht 0,865 und siedet zwischen 100 und 255°. In Wasser ist es lastunlöslich. Es enthält als wesentlichste Bestandteile ungesättigte Kohlen-wasserstoffe und Schwefel in sulfonartiger Bindung. Diesen Sulfonensoll wesentlich die arzneiliche Wirkung zukommen. Um sie in Wasserlöslich zu machen, addiert man Schwefelsäure an die ungesättigten.Kohlenwasserstoffe. Die Salze dieser Sulfosäuren vermögen dann dieSulfone in ähnlicher Weise zu lösen, wie etwa im Liquor kresolisaponatus die Kresole von der Seifenlösung gelöst sind. Die Ichthyol-präparate, von denen u. a. das Ammonium-, Natrium-, Lithium-, Zink-,Quecksilberichthyolat angewendet werden, kommen als Lösungen inden Handel.

Unter Ichthyol schlechthin versteht man die etwa 50%ige Lösungdes Ammoniumsalzes.

Ichthyol, Ammonium sulfoichthyoliciim, ist eine rotbraune, klare,syrupdicke Flüssigkeit von brenzlichem Geruch und Geschmack, welchebeim Erhitzen eine Kohle unter starkem Aufblähen gibt, die beim fort-gesetzten Glühen ohne Rückstand verbrennt. Die klare Mischung vonIchthyol mit Wasser rötet blaues Lakmuspapier schwach. In Wein-geist, sowie in Aether löst sich Ichthyol nur teilweise, vollständigjedoch in einer Mischung beider zu gleichen Raumteilen, nur zu einem

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