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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Kationelle Molekularforineln.

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in einem Kolben B mit langem, weitem Hals (50 mm Durch-messer), welcher ebenfalls mit einem seitlichen Ansatzrohr c ver-sehen ist. B wird zur Hälfte mit dem Lösungsmittel gefüllt unddann A mit Hülfe eines breiten, in der Mitte halbierten Kork-stopfens, besser mittels eines Schliffes, in den Hals von B luft-dicht eingesetzt. Der Apparat wird auf ein Kupferdrahtnetz gesetztund das Lösungsmittel in B durch eine Flamme zum Kochenerhitzt. Sobald Sieden eingetreten ist, schliesst man das Ansatz-rohr C. Der Dampf tritt nun durch a in das Siedegefäss A einund verJässt den Apparat durch b. Damit das Thermometerkonstante Temperatur zeigt, muss man die Kugel des Thermo-meters durch eine Hülse aus Platindrahtnetz vor der direktenBerührung mit den Dumpfen schützen. Nachdem der Siedepunktdes Lösungsmittels bestimmt ist, wird eine genau gewogene Mengedes Stoffes, dessen Molekulargewicht man bestimmen will, in Ahineingebracht und darauf aufs neue der Siedepunkt abgelesen.Darauf entfernt man den Stopfen C, verschliesst b und wiegt Amitsamt dem Thermometer; dadurch erfährt man das Gewichtder Lösung, da das Gewicht von A und Thermometer vorherbestimmt wird.

Weiterentwickelung der Formeln der Kohlenstoff-rerbindungen.

Die Analyse einer Kohlenstoffverbindung im Verein mit derBestimmung ihres Molekulargewichtes führte uns von der ato-mistischen Verhältnisformel zu der empirischen Molekularformel.Diese Molekularformeln gestatteten, polymere Verbindungen, wieGyansäure, NCOH, und Cyanursäure, N 3 C 3 0 3 H 3 , von einander zuunterscheiden und die in der verschiedenen Molekulargrössebegründeten Unterschiede zu illustrieren.

Die empirische Molekularformel lässt nicht erkennen, welcherReaktionen ein Stoff fähig ist. Wollen wir z. B. durch die Formelausdrücken, dass in dem Alkohol, C 2 H (] 0, ein Wasserstoff in-sofern, als es durch Natrium ersetzbar ist, eine andere Kollespielt, als die übrigen fünf, so müssen wir die rationelle Mole-kularformel C 2 H 6 OH schreiben. Wollen wir durch die Formelausdrücken, dass der Alkohol bei der Einwirkung auf Phosphor-tribromid ein Hydroxyl, OH, gegen Brom austauscht, so würdenw ir die Formel C 2 H 5 .OH schreiben können. Wollen wir dasVerhalten des Alkohols bei der Oxydation veranschaulichen, soFüssen wir der Formel die Form CH 3 .CH 2 .OH geben, die den-selben als primären Alkohol erkennen lässt. Es leuchtet ein,

Part heil, Organische Chemie. 2