16 Molekulargewichtsbestimmung' aus der Siedepunktserhöhung.
Beispiel. In das Gefrierpunktsgefäss seien 20 gr Eisessig gebrachtund das äussere'Gefäss mit Eiswasser beschickt. Unter fortwährendem Kührenlässt man bis zum Beginn des Erstarren8 des Eisessigs abkühlen und hörtdann mit dem Kühlen auf. Rührt man nun weiter, so steigt während desErstarrens die Temperatur ein wenig und erlangt dann alsbald einen Höchst-stand, auf dem sie 2—3 Minuten stehen bleibt. Dieser Punkt ist der Gefrier-punkt des Lösungsmittels. Jetzt lässt man den Eisessig wieder flüssig' werden,schüttelt aus einem Wägerohr Camphersäure durch den Einfüllstutzen, derenGewicht sich zu 0,440 gr ergibt und bestimmt nach erfolgter Lösung aber-mals den Gefrierpunkt. Die Depression betrage 0,410°.
0,440 gr Camphersäure in 20 gr Eisessig sind eine 2,2°/ 0 ige Lösung.2,2:0,410=1 :xx = 0,186.
Eine einprozentige Lösung von Camphersäure würde eine molekulare
39Depression von 0,186° hervorrufen, es wäre also M = n ' = 209.
O,18o
Damit wäre CjqHjqC^ als Molekulargewicht der Camphersäure erwiesen,
ein Multiplum derselben aber ausgeschlossen.
Der ebenfalls von Beckmann an-gegebene Apparat für die Bestimmungder Siedepunktserhöhung (Fig. 6) bestehtwesentlich aus einem gläsernen Gefäss,in dem sich die Lösung und Glasperlenbefinden, die ein regelmässiges Siedengewährleisten sollen. Das Siedegefässträgt einen aufsteigenden Kühler unddas in '/ioo Grade geteilte BeckmannscheThermometer, das mit seinem Queck-silbergefäss in die Flüssigkeit taucht. Esist von einem zweiten, mit derselbenFlüssigkeit, wie die als Lösungsmitteldienende beschickten Gefässe umgeben,unter welches die Flamme gestellt wird,deren Wärme von ihm auf das eigentlicheSiedegefäss übertragen wird. Wenn derBarometerstand sich während der Bestim-mung nicht merklich ändert, so bleibt dasThermometer nach begonnenem Siedenlange Zeit auf konstanter Höhe, so dassdas Ablesen noch leichter und sichererist, als bei dem Apparat für die Bestimmung der Gefrierpunkts-erniedrigung.
Einfacher und sehr bequem in der Handhabung ist der vonSmits konstruierte Apparat Fig. 7. Das Siedegefäss A (180 mmlang und 30 mm im Durchmesser), an welches unten einnach oben umgebogenes enges Röhrchen a (3 mm Durchmesser)und oben ein weiteres Rohr b angeschmolzen ist, befindet sich
Fig. 7.