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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Dampf dichtebestimmung-.

glatt aus dem Campher und dieser lässt sich sehr einfach inCymol überführen; das Cymol aber enthält 10 Kohlenstoffatome.Die Formel C 10 H 16 O 4 der Camphersäure fordert aber das Molekular-gewicht 200.

In ähnlicher Weise lassen sich bei organischen Basen An-haltspunkte für die Grösse des Moleküls derselben aus demStudium ihrer Salze, besonders ihrer Gold- und Platindoppel-verbindungen ableiten.

Auch bei indifferenten Stoffen ist bis zu einem gewissenGrade die Festlegung der Molekulargrösse möglich. Für dasBenzol liefert die Analyse die atomistische Verhältnisformel CH.Nun lässt sich das Benzol leicht in Brombenzol, C 6 H 5 Br, über-führen, welches wieder zu Benzol reduziert werden kann. Darauserhält die Formel C 6 H 6 für das Benzol grosse Wahrscheinlichkeit.Wäre sie doppelt so gross, so sollte man die Existens einer Ver-bindung C 12 H n Br erwarten, deren Darstellung bisher vergeblichversucht wurde. Einen sicheren Entscheid liefern freilich erstphysikalische Methoden. Die physikalischen Methoden der Mole-kulargewichtsbestimmung beruhen entweder auf der Ermittelungder Dampfdichte des Stoffes oder auf der Feststellung der Ver-änderungen, welche der Gefrierpunkt bezüglich der Siedepunkteines Lösungsmittels erfährt, wenn man die zu untersuchendeVerbindung darin löst. Gefrierpunktserniedrigung und Siede-punktserhöhung hängen aber ab von dem osmotischen Druckder Verbindung in verdünnter Lösung und dieser steht mit demspezifischen Gewicht der Verbindung in Gasform in naher Be-ziehung.

Die Bestimmung des Molekulargewichtes aus der Daninfdicliteist ausführbar bei unzersetzt flüchtigen Stoffen und beruht aufdem Gesetz von Avogadro (vergl. I. Anorg. T. S. 53), nachwelchem gleiche Volumina vergaster Stoffe unter gleichen Tem-peratur- und Druckverhältnissen die gleiche Anzahl von Mole-külen enthalten. Die Molekulargewichte verhalten sich also wiedie spezifischen Gewichte. Man bezieht dieselben entweder aufdas hypothetische Normalgas = 1 (0 = 16), oder auf Luft als Ein-heit. Im ersten Fall sind die spezifischen Gewichte mit 2, beiLuft als Einheit mit 28,86 zu multiplizieren, wenn man dasMolekulargewicht erhalten will.

Nach Dumas und Bunsen füllt man ein Gefäss von be-kanntem Rauminhalt mit dem Dampf und bestimmt das Gewichtdes letzteren.

Nach Gay-Lussac und A. W. v. Hof mann vergast man einedein Gewicht nach bekannte Menge des Stoffes in der Barometer-leere und bestimmt das Volumen des erhaltenen Dampfes. Die