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Cäsium.
<485
68. Cäsium.
Cs = 133.
Das Cäsium, wie das Rubidium ein vollständiges Analogon desKaliums und das elektropositivste aller Elemente, wurde vonBunsen und Kirchhoff 1860 mit Hilfe der Spectralanalyse als daserste Glied in der langen Reihe von Grundstoffen aufgefunden, derenKenntniss die Chemie dieser weitreichendsten unter allen Forschungs-methoden verdankt. Die Mutterlauge der Dürkheimer Salzsoole ent-hielt ein Alkalisalz, dessen in der Flamme sich verflüchtigende Dämpfeim Spectralapparat zwei bis dahin noch unbekannte, ausgezeichnet blaueLinien erkennen Hessen (vgl. d. Spectraltafel). Das neue Alkahmetall,welches diese Erscheinung bewirkte, erhielt den Namen Cäsium (voncäsius = himmelblau). Auch das Cäsium tritt zugleich mit den anderenAlkalien in grosser Verbreitung auf, findet sich aber fast immer nur insehr kleinen "Mengen. Seine Trennung vom Kalium beruht ganz sowie diejenige des Rubidiums, auf der grossen Schwerlöslichkeit desCäsiumplatinchlorids, PtCl,.2 CsCl, dem man durch Auskochen mitWasser das leichter lösliche Kaliumdoppelsalz vollständig entziehen kann.
Häufig tritt dann der Fall ein, dass ein Gemenge von Rubidium-und Cäsiumplatinchlorid zurückbleibt; man erhitzt dasselbe im Wasser-stoffstrom und trennt Rubidium- und Cäsiumchlorid mit Wasser vomrcducirten metallischen Platin; die beiden seltenen Alkalimetalle lassensich nun von einander scheiden, nachdem man sie in weinsaure balzeübergeführt hat, da das saure weinsaure Rubidium in Wasser viel schwererlöslich ist als das Cäsiumsalz. Die Trennung lässt sich auch mit Hilfeder Alaune bewerkstelligen, da der überhaupt sehr schwer lösliche Casium-alaun in einer concentrirten, kalten Lösung von Rubidiumalaun sich garnicht löst. Ein sehr seltenes Mineral der Insel Elba, der Pol lux, ent-hält 34 Proc. Cäsiumoxyd.
Das metallische Cäsium ist äusserst schwierig zu isoliren; es wurdedurch Elektrolyse einer geschmolzenen Mischung von Cäsiumcyamd undBaryumcyanid als silberweisses, sehr weiches Metall erhalten. Es schmilztbei 26-27°, siedet bereits bei 270°, hat bei 1^ das spec. Gew. P88und entzündet sich an der Luft sehr rasch.
Das Cäsiumoxydhydrat, CsOH, ist eine sehr starke Base.Cäsiumchlorid, CsCl, bildet zerfliessliche Würfel. Casiumalaun,S0 4 Cs s + (S0 4 ),Ai 2 + 24 H 2 0, ist in Wasser noch etwa 22mal schwererlöslich als Kalialaun.
V ür (lieienigcn Elemente, deren chemisches Verhalten übereinstimmtund die auch im periodischen System eine benachbarte Stellung ein-nehmen, beobachtet man ähnliche, oder doch in analoger Richtung sichändernde Spectren (vgl. d. Spectraltafel). Bei Kalium Rubidium undCäsium ist zunächst ein continuirliches Spectrum vorhanden; am rothenund am blauen Ende treten für diese drei Elemente die charakteristischenLinien auf; mit wachsendem Atomgewicht wird das contmuirliche Spec-