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Calciumsulfide.
weder nach dem Chanceverfaliren (S. 168 u. 343) auf Wiedergewinnungdes Schwefels verarbeitet, oder dienen zur Fabrication von unterschweflig-saurem Natron (S. 191 u. 344) oder von Natriumhydrosulfid (S. 348).
Calciumsulfhydrat, Ca^SH) 2 . Aus dem vorigen mit Wasser,oder beim Zuleiten von H 2 S zu Kalkmilch oder trockenem Calcium-oxydhydrat. Das Sulfhydrat bildet äusserst lösliche Prismen, die beimErwärmen mit Wasser leicht in Oxysullhydrat Ca(OH)(SH) + 3 H 2 0übergehen; es dient als Enthaarungsmittel in der Gerberei.
Calciumpolysulfide entstehen beim Erwärmen des Monosul-fids mit Schwefel und Wasser; beim Kochen von Kalkmilch mit Schwefel;oder wenn man Kalk und Schwefel im Tiegel glüht. Im letzterenFalle erhält man eine graue oder gelbe Masse, die „Kalkschwefel-leber", ein Gemenge von Schwefelcalcium, Calciumpolysultiden undCalciumsulfat. Durch Säurezusatz wird aus derartigen Lösungen H 2 Sentwickelt und Schwefel in sehr fein vertheiltem Zustande, als „S c h w e f e 1-milch", ausgefällt; giesst man dagegen umgekehrt die gelüsten Poly-sulfide zu viel verdünnter Säure, so scheidet sich Wasserstoffpersulfid (s. d.)
ölförmig aus.
Stickstoffcalcium.
Erhitzt man Calciumamalgam in einer trockenen Stickstoffatmo-sphäre auf dunkle Rothglut, dann erhält man Stickstoffcalcium N 2 Ca 3als braune, bei hoher Temperatur etwas flüchtige Masse. Dieselbe zer-setzt sich mit Wasser zu Kalkhydrat und Ammoniak. Analog sindStick Stoffstrontium N 2 Sr 3 und Stickstoffbaryum N 2 Ba 8 .
Phosphorcalcium.
Calciumphosphid, Ca 2 P 2 , bekommt man gemengt mit pyro-phosphorsaurem Kalk, wenn man Kalk in einem Tiegel mit durch-löchertem Deckel zum Glühen erhitzt und mit Hilfe eines langen biszum Tiegelboden hinabgehenden, eisernen Rohrs Phosphorstangen ein-trägt: 14CaO-f-14P = 5Ca 2 P 2 -f 2P 2 0 7 Ca 2 . Das Präparat dientzur Darstellung von Phosphorwasserstoff (s. d.).
Kohlenstoffcalcium, Calciumcarbid, C 2 Ca.
Davy beschrieb bereits 1808 eine Kohlenstoffverbindung des kurz
zuvor von ihm entdeckten Metalls Kalium, das Kaliumcarbid; andieses reihten sich später andere Carbide an, die theils von dem Ge-nannten, ganz besonders aber von Wühler um 1860 aus Erden undKohle mit Hilfe von Erhitzung durch den elektrischen Strom dargestelltwurden; zu diesen letzteren Substanzen gehörte auch das von Wühlerdurch Erhitzen einer Calcium-Zink-Legirung mit Kohle zum ersten Maleerhaltene Calciumcarbid, das neuerdings mit Hilfe der elektrischenSchmelzofen (S. 270) in grossem Maasstabe gewonnen werden konnte.Kohlenstoff- oder Acetylencalcium, C 2 Ca, entsteht beimviertelstündigen Zusammenschmelzen von Kalk mit Kohle in einemelektrischen Ofen (Moissan, Wilson): CaO + 3 C = CaC 2 + CO. Dabei