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Anorganische Chemie
Entstehung
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439
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Titan.

439

Atomgewicht

Spec. Gew.

Schmelzpunkt 1 Atomvolum

Titan.....

Zirconium . . .Cerium ....Thorium ....

48-1

90-6

140'3

2325

?

4-156-7311

nicht geschmolzen

höher als Silicium

sehr hoch

sehr hoch

21-5»0-9

211

55. Titan.

Ti = 48-1.

Ein noch unbekanntes Metall wurde von Gregor 1789 im Me-nachanit oder Titaneisen entdeckt; andererseits fand Klaproth1795 im Rutil ein neues Element, das er Titan nannte; 1797 wies erdie Identität desselben mit demMenachine" nach. Aus Titandioxyd,TiO,, bestehen drei ganz verschieden krystallisirende Mineralien: derRutil, meist dunkelrothe quadratische Säulen, zu Zwillings- und Drillings-krystallen an einander gelagert; der B r o o k i t, verschiedenartig gefärbterhombische Tafeln; der Anatas, schwarzblaue oder gelbbraune quadra-tische Octaeder. Der rhombische Perowskit ist titansaurer KalkTi0 3 Ca, und das mitEisenglanz FejÖ 8 , isomorphe Titaneisen (Fe, Ti) 2 0 3ein Sesquioxyd, in welchem sich Eisen und Titan vertreten können.Das Titaneisen trifft man in oft sehr grossen rhomboedrischen Krystallen(Norwegen, Amerika), in den aus Drusen und rosettenförmigen GruppenbestehendenEisenrosen" (St. Gotthard), sowie als mikroskopischenGemengtlieil in sehr vielen Gesteinen. Mit dem Zirconium findet sichdas Titan in verschiedenen Silicaten und in deren Zersetzungsproducten,also auch im Boden; trotz dieser Verbreitung gehört es aber doch zuden seltenen Elementen.

Freies Titan erhält man vielleicht durch Glühen von Natrium mitKaliumtitanfiuorid, TiFl 0 K 2 , im Wasserstoffstrom als graues, dem durchWasserstoff reducirten Eisen ähnliches Pulver, das beim Erhitzen ander Luft mit blendendem Licht zu Dioxyd verbrennt, sich mit den Ha-logenen erst beim Erwärmen verbindet, siedendes Wasser langsam zer-setzt und von verdünnter Salzsäure und Schwefelsäure leicht unterWasserstoffentwickelung gelöst wird. Da sich das Titan in der Hitzemit Stickstoff verbindet, sind jedoch die Schwierigkeiten bei seiner Iso-lirung noch nicht völlig überwunden worden.

Man kennt 3 Oxydation«- und Chlorationsstufen des Titans.

1. Titanmonoxyd, Ti 2 0 2 , entsteht in schwarzen prismatischen Krystallen, wennman das Dioxyd im elektrischen Ofen schmilzt. Titandichlorid. Ti 2 Cl 4 , schwarze,bei Rothglut flüchtige, sehr hygroskopische und leicht entzündliche Jlasse. Aus demSesquichlorid bei 440° mit Wasserstoff, indem Spaltung in das fluchtige Tetrachlorid undkaum flüchtige Dicblorid eintritt: 2 Ti 2 Cl 6 = 2 TiCl 4 -\- Ti 2 Cl 4 . Durch Ammoniak wirdaus der Lösung des Dichlorids Titanmonoxydhydrat, Ti 2 0 4 li 4 , als höchst oxydirbaresschwarzes Pulver ausgefüllt.

2. Titandioxyd (Titansäureanhydrid), Ti0 2 , wird am leichtesten beim Glühen derOxydhydrate als amorphes, weisses unschmelzbares Fulver erhalten. Aus dem nach verschie-