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Anorganische Chemie
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Erbium, Tantal, Titangruppe.

53. Erbium.

Er = 166.

Das Atomgewicht dieses seltenen Metalls, welches ein graues, Wasser zersetzendesPulver bildet, wurde von Cle ve zu 166 bestimmt. Das Erbiumoxyd, Er 2 0 3 , neben Yttrium-oxyd aus Gadolinit darstellbar, besitzt eine sehr schöne Rosafarbe, ist langsam in Säurenlöslich und hat das specif. Gew. 8'64. Das nicht flüchtige Oxyd gibt eigenthümlicher-weise beim Glühon ein sehr charakteristisches Spectrum von hellen Linien, die den dunklenStreifen entsprechen, welche das Absorptionsspectrum der Salze aufweist. Die Salze habeneine intensiv rothe Färbung, z. B. Er 2 (S0 4 ) 3 + 8 H 2 0, Er(N0 3 ) 3 -f 5 H 2 0 u. s. w.; siesind isomorph mit den Yttriumsalzen und Didymsalzen.

54. Tantal.

Ta = 182 5.

Das Tantal kommt stets in Gemeinschaft mit dem Niob (s. o.) vor. Pas Elementselbst kennt man nicht mit genügender Sicherheit; von Berzelius wird es als schwarzesPulver (sp. G. 10*08) beschrieben, das an der Luft zu Ta 2 0 6 verbrennt. Die Tantalver-bindungen werden aus den Tantaliten mit Hilfe des schwerlöslichen Kaliumtantalfluorids,TaFlg. 2 KF1, isolirt. Letzteres erhitzt man mit concentrirter Schwefelsäure auf 400 ,zieht das Kaliumsulfat mit Wasser aus und erhält aus dem Rückstand, einer Verbindungdes Oxyds mit Schwefelsäure, das Tantalpentoxy d, Ta 2 0 6 , durch Glühen je nachder angewandten Temperatur als amorphes oder krystallinisches weisses Pulver. DieTantalsäure, Ta0 3 H, bildet die in Wasser unlöslichen Tantalate. Tantalpenta-chlorid, TaCl 6 , schmilzt bei 211° und verflüchtigt sich bei 242°. Durch Erhitzen desChlorids in Ammoniakgas erhält man das Tantalnitrid, TaN, welches vorübergehendfür das Metall gehalten wurde. Die übrigen Verbindungen des Tantals gleichen vollständigdenjenigen des ]SIiobs und reihen sich damit an die Elemente der Stickstoffgruppe an.

T*i

Gruppe IVa. Titangruppe.

Die vorwiegend metallische Untergruppe der mittleren Verticalreihedes periodischen Systems (vgl. Tab.) enthalt die vierwerthigen Elemente(Titan-Zirconium-Cerium-Thorium), deren Verschiedenheit von der anderenUntergruppe derselben Verticalreihe (Silicium-Germanium-Zinn-Blei) nachallen Richtungen hin keine sehr bedeutende zu sein scheint. Ueberhauptwird der Unterschied im Gesammtverhalten dieser Untergruppen nachder Mitte des Systems zu immer geringer am beträchtlichsten ist erfür die äusseren Verticalreihen des Systems. Wie vom Silicium bis zumBlei, nimmt auch vom Titan zum Thorium mit wachsendem Atomgewichtder basische Charakter der einzelnen Elemente immer mehr zu, so das 8das Thordioxyd, Th0 2 , sowie dessen Oxydhydrat keine Salze mehr mit

Alkalien,

wohl aber mit starken Säuren zu bilden vermag.