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Spectralanalyse.
Chrom, Mangan, Zink. Cadmium, Kupfer, Blei und besonders auchWasserstoff (vgl. die Tabelle der chemischen Grundstoffe auf S. 9).Hierzu sei bemerkt, dass man in den Meteoriten die folgenden ein-fachen Stoffe aufgefunden hat: 0, H, S, P, C, Si, Na, K, Li. Mg, Ca,AI, Mn, Fe, Cr, Ni, Co, Cu, Sn, Ti.
Weitergehende Aufschlüsse über die Bewegungsart der Atome undüber deren Wesen sind mit der Zeit von der Spectralanalyse zu er-warten. Eine Formel >~* = A — Bm~ 2 — Cm~ 2 zur Berechnung desreeiproken Werths der Wellenlänge \ (der Schwingungszahl) für dieSpectrallinien der verschiedenen Elemente wurde von Kaiser undRunge vorgeschlagen; eine mit der obigen Formel zusammenhängendeähnliche Formel gestattete die Wellenlängen des Wasserstoffspectrumsauf's Genaueste zu berechnen.
Man hat mit Hilfe der Spectralanalyse nicht nur die chemische,sondern auch die physikalische Beschaffenheit der Sonne in weitgehenderWeise erforschen können und dasselbe ist auch für andere Fixsterne derFall gewesen. Dabei hat man immer wieder die auf der Erde vorhan-denen Elemente, jedoch nicht stets die gleichen Gruppen derselben, wieder-gefunden.
Aber auch für die Auffindung und Erforschung noch unbekannterGase gewinnt neuesterdings die Spectralanalyse eine weitgehende Be-deutung. Beim Studium des durch seine grosse Indifferenz in chemischerHinsicht merkwürdigen Argon's (S. 52) ist man bisher im Wesent-lichen auf dessen Spectrum angewiesen und auch das noch in mehrfacherBeziehung räthselhafte Helium (S. 53) hätte ohne die Hilfe der Spec-tralanalyse weder entdeckt noch untersucht werden können.
Auch aus anderen Mineralien scheinen sich Gase mit weiterenSpectrallinien isoliren zu lassen, die vorher nur auf der Sonne und denSternen durch das Spectroskop gesehen worden sind, so dass es sichmöglicherweise hier um eine ganz neue Gruppe von Gasen handelt,deren Natur noch zu ermitteln bleibt. Vielleicht sind dieselben dazubestimmt, die bisherigen Lücken in Gruppe 8 des periodischen Systems.z. B. neben Chlor, auszufüllen; vielleich stellen sich dieselben neben denWasserstoff. Man darf den Endergebnissen der augenblicklieh in dieserRichtung unternommenen Arbeiten mit Spannung entgegensehen.
Die Nebelflecken, deren Natur gleichfalls räthselhaft war. geben imSpectroskop keine Absorptionsspectren, sondern nur helle Linien undbestehen hiernach aus glühenden, noch nicht verdichteten 1 tampfmassen-
Selbst die Bewegungen der Fixsterne im Räume gestattet die Spectral-analyse zu messen, indem die Spectrallinien dieser Weltkörper sich vonihrer sonst festen Lage im Spectrum in ein oder dem anderen Sinneverschieben, je nachdem die Sterne sich von uns mit grösserer odergeringerer Geschwindigkeit entfernen, oder umgekehrt sich uns nähern-Auch die Bewegungen in der Sonnenphotosphäre, die Wirbelstürme undEruptionen derselben, vermag man in gleicher Weise auf's Genaueste zuverfolgen. Die Bedeutung der Spectralanalyse reicht sonach über dasengere Gebiet der Chemie weit hinaus.