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Anorganische Chemie
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312
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312 Magnesiumverbindungen.

Verbindungen des Magnesiums mit Oxysäuren.

Magnesiumsulfat (Bittersalz, schwefelsaureMagnesia),MgS0 4 -\- 7H 2 0. Findet sich im Meerwasser und in den meisten Salz-quellen; als Kieserit MgS0 4 -\- H 2 0 auf Salzlagern. Das Magnesium-sulfat MgS0 4 krystallisirt aus der gesättigten Lösung unter 0° immermit 12H 2 0 (Krystallwasser), bei gewöbnlicher Temperatur bildet esrhombische Prismen von Bittersalz mit 7 H 2 0 (Fig. 121), in der Wärmemonocline Krystalle mit 6 H 2 0; bei 150° gibt es das Krystallwasser abbis auf 1 H 2 0, welches erst oberhalb 200° entweicht; das wasserfreieSalz schmilzt bei starker Glühhitze nicht unzersetzt.

Aus Dolomit stellt man das Bittersalz dar, indem man denselben zurVerj agang der Kohlensäure brennt, den Kalk mit wenig Salzsäure aus-zieht, die zurückbleibendeMagnesia in Schwefelsäurelöst und diese Lösung kry-stallisiren lässt. Aus demKieserit, der in kaltemWasser schwer löslich ist,wäscht man zunächst dieVerunreinigungen weg undlöst dann in heissem Wasser.worauf beim Erkalten dasBittersalz auskrystallisirt.Dieses Salz löst sich bei 0° imvierfachen Gewichte Wasser;es dient als Purgirmittel;man benutzt es auch zurDarstellung von Magnesium-

Fig. 121.

Fig. 122.

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Stoffe,

zur

Appretur baumwollenerpräparaten etc.

Mit den Alkalisulfaten vereinigt sich Magnesiumsulfat zu Doppel-salzen von der Formel MgS0 4 + K 2 S0 4 -f 6H 2 0 etc.; dieselben bildenmonocline Prismen (Fig. 122). Mit weiteren Salzen treten diese Doppel-salze zu noch complicirteren Verbindungen (Ka'i'nit, Polyhalit) zusammen.

Phosphate des Magnesiums. Das normale Magnesiumorthp-phosphat (P0 4 ) 2 Mg 3 (-(- 7 ILO) findet sich neben dem Calciumphosphat inKnochen etc.; durch Fällung von Bittersalzlösung mit normalem Natrium-phosphat erhält man es als weissen, erst in 5000 Theilen Wasser löslichenNiederschlag. Einfach saures Magnesiumphosphat P0 4 MgII-)-7H 2 Gist ein in Wasser schwer löslicher krystallinischer Niederschlag, der autZusatz von gewöhnlichem, einfach phosphorsaurem Natron zu Magnesia-lösungen sich abscheidet, bei grösserer Concentration zunächst amorph!an der Luft verwittert das Salz. Zweifach saures Magnesiumphospnatist nicht bekannt. Ammoniummagncsiu m p h o s p h a t,P0 4 Mg(NH 4 )-f-GH 2 0, wird, mitunter anfänglich amorph, dann inkleinen rhombischen Krystallen ausgefällt, wenn man zu einer mitAmmoniak und Ammoniumsalzen vermischten Magnesialösung gewöhn-liches phosphorsaures Natron zufügt. Wegen seiner Unlöslichkeit inWasser, besonders in ammoniakhaltigem, eignet sich dieser Niederschlag