Silicate.
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besteht (Fig. 108). Diese Schaale senkt man in ein weiteres Gefäss,welches mit reinem Wasser gefüllt ist. Die Chlornatrium- und Salzsäure-molecüle wandern nun aus der inneren Schaale in das Wasser des äusserenGefässes durch die Membran hindurch, während letztere für die kleinstenKieselsäuretheilchen undurchdringlich ist. Erneuert man, nachdem derSalz- und Säuregehalt beider Abtheilungen annähernd derselbe gewordenMrt, das Wasser in dem äusseren Gefässe einige Male, so gibt nach einergewissen Zeit die wässrige Lösung keine Reaction auf Chlor mehr: manhat dann in der inneren Schaale eine vollkommen reine Lösung vonKieselsäure, Si0 4 H 4 . Verdunstet man diese Kieselsäurelösung im starkluftverdünnten Räume, bis sie zu einer Gallerte gestanden ist, und lässtsie dann an der Luft bis zum constanten Gewicht eintrocknen, dannhat der glasige Rückstand die Formel Si0 4 H 4 und ist Orthokiesel-säure; im Exsiccator geht dieselbe in Metakieselsäure Si0 3 H a über,Welche schon Graham auf diesem Wege erhielt. Die beschriebene,v °n dem Genannten entdeckte Trennungsmethode wird Dialyse ge-kannt. Für die Ausführung derselben kann man auch weite Schläucheaus Pergamentpapier benutzen, die man mit der Lösung füllt und inZylinder mit reinem Wasser eintaucht.
Die Diffusion von gelösten Körpern durch Membranen nenntfr'an allgemein Osmose; als K ry st all o'ide bezeichnet man die leichtuurch Membranen hindurchgehenden Substanzen (Salze, viele Säuren.■Alkohole etc.); als Colloi'de dagegen die nicht oder nur schwer dif-tundirenden Körper (ausser der Kieselsäure: Eisen- und Thonerdehydrat,Leim, Stärke, Gummi, Eiweiss etc.).
Man erkennt die Kieselsäure loieht an ihrer Unliislichkeit in Säuren und an ihremer halten zu schmelzendem Phosphorsalz. In letzterem löst sie sich nur äusserst wenig. . zeigt sich daher in einer glühenden „Phosphorsalzperle" als schwammige Masse^ 'eselskelett); Silicate geben dabei ihren Basengehalt an die Phosphorsäure ab, unterre iwerden der Kieselsäure. Dampft man Kieselsäure mit einem Ueberschuss von Fluor-wasserstoffsäure ein, so verflüchtigt sie sich vollständig in Form von Fluorsilicium(Si0 2 -|_ 4 fih __ g; F j 4 _j_ 2 h 2 0) ; hierauf beruht eine Aufschliessungsmethode (s, u.) der' lc ate. Mit Natriumcarbonat schmilzt die Kieselsäure zu einem hellen Glase zusammenenso werden hierdurch auch die gegen Salzsäure beständigen Silicate aufgeschlossenvurch Salzsäure zersetzbar gemacht). Für die Gewichtsbostimmung führt man fast immerle lösliche Modification der Kieselsäure durch Abdampfen und scharfes Trocknen in die'ösliche über, welche man nach der Beseitigung etwaiger Beimengungen vor dem Ge-bläse glüht und wägt.
Gerade so, wie Schwefelsäure S0 4 H 2 und Phosphorsäure P0 4 H 3unter Wasseraustritt Anhydrosäuren bilden, z. B. S L ,0 7 H ä . P 2 0- H 4 , (P0 3 H)n,^ennt man auch, obwohl in den einzelnen Fällen mit nicht sehr grosserSicherheit, condensirte Kieselsäurehydrate, welche sich von der Ortho»Un d Metakieselsäure durch Wasseraustritt ableiten und in denen nach^r heutigen Anschauungsweise der Zusammenhang zwischen den ver-einigten Resten nicht durch directe Bindung der Siliciumatome, sonderntiurch Sauerstoffatome vermittelt wird.
Von der Orthokieselsäure leiten sich auf diese Weise Polykiesel-sft uren ab: