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Anorganische Chemie
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Silicate.

die krystallisirte dagegen ist selbst bei feinster Zertheilung nur äusserstschwierig löslich; am leichtesten werden die noch wasserhaltigen Kiesel-säuren, welche man als Hydrate betrachten muss, von Alkalien aufge-nommen.

Kieselsäure (Metakieselsäure), Si0 3 H 2 .

Die in der Natur auftretenden Silicate oder kieselsauren Salze leitensich von einer ganzen Reihe von Hydraten ab, deren einfachst zusammen-gesetzte die Orthokieselsäure Si0 4 H 4 und Metakieselsäure SiO s H 2 sind.Gibt man zu einer Lösung von Natrium- oder Kaliumsilicat Salzsäurehinzu, so ist die Kieselsäure anfangs löslich. Erst in Folge einer Um-wandlung, der Coagulation, welche durch Concentration und höhereTemperaturen begünstigt wird, scheidet sich gallertartige Kieselsäure aus,die, wenn ausgewaschen und im Exsiccator getrocknet, die Zusammen-setzung Si0 3 H 3 hat, z. B.

SiO a K, + 2 C1H = Si0 8 H a + 2 KCl.

Da indessen das gebildete Kieselsäurehydrat nicht nur in Alkalien undAmmoniak, sondern auch in Wasser und verdünnten Säuren löslich ist,

bleibt stets ein Theil desselben gelöst; dieKieselsäure lässt sich jedoch vollständig inden unlöslichen Zustand überführen, indemman nach dem Salzsäurezusatz eindampft,andauernd auf dem Wasserbade trocknet undden Rückstand mit salzsäurehaltigem Wasserübergiesst, wodurch anwesende Metallsalzcwieder gelöst werden, von der Kieselsäuredagegen keine Spur. Zur quantitativen Be-stimmung wird diese Kieselsäure, derenWassergehalt je nach den Umständen ein wechselnder ist, zunächst ge-glüht und hierauf als amorphes Siliciumdioxyd Si0 2 gewogen.

In höchst verdünnten Lösungen von Alkalisilicat entsteht durchSalzsäure nach Obigem kein Niederschlag; allein dieses ist auch beietwas concentrirteren, z. B. Sprocentigen Lösungen nicht der Fall, wennman unter Umrühren möglichst rasch Salzsäure von LI bis L3 speeif-Gew. zufügt. Die Lösung bleibt dann vollkommen klar, vermuthlichweil die Coagulation von keinem Punkte der rasch homogen gewordenenFlüssigkeit beginnen konnte. Indessen coagulirt eine Kieselsäurelösung'von 10 bis 12 Procent bei gewöhnlicher Temperatur in wenigen Stunden(beim Erhitzen sofort); eine oprocentige Lösung kann mehrere Tage,eine lprocentige mehrere Jahre aufbewahrt werden, ohne gallertartigeKieselsäure abzuscheiden; eine solche mit O'l Procent wird durch dieZeit überhaupt nicht mehr verändert. Feste pulverförmige Substanzen,wie Graphit beschleunigen die Ausscheidung, Alkalisalze führen sie gleich-falls rasch herbei. Um aus einer genügend verdünnten klaren Lösung,welche neben Kieselsäure noch Chlornatrium und Salzsäure enthält, dieKieselsäure rein zu erhalten, gibt man die Flüssigkeit in eine flacheSchaale, deren Boden aus reiner Thierblase oder aus Pergamentpapier