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Silicium.
Gruppe IV b. Kohlenstoffgruppe.
Das Anfangsglied dieser Gruppe, der Kohlenstoff, und dessen einfachere Verbindungenwurden bereits S. 1)2 tf. behandelt.
16. Silicium.
Si = 28-38.
Nächst dem Sauerstoff hat das Silicium den hervorragendsten An-theil an der Zusammensetzung der oberen Erdschichten. Es findet sichjedoch nie in freiem Zustande vor, sondern stets in Verbindung mitSauerstoff zu Siliciumdioxyd oder Kieselsäureanhydrid Si0 2 (krystallinischals Quarz und Tridymit, amorph als Opal), sowie zu Silicaten oder kiesel-sauren Salzen. Die letzteren erscheinen namentlich als mineralische Be-standtheile (Feldspathe, Augit, Hornblende, Glimmer u. s. f.) der Ur-gesteine und der damit verwandten Schichten des Erdkörpers. Ausden Gebirgsarten gelangt das Silicium in die Ackererde, ist im Pflanzen-reich sehr verbreitet und findet sich deshalb auch in der Pflanzenasche.Während die kohlensauren Salze, welche als Kalkstein ('O 3 0a und Do-lomit C0 3 Ca . CO, Mg die zunächst den Urgesteinen mächtigsten Gebirgs-ablagerungen bilden — ihren Säuregehalt, das Kohlendioxyd (J0 2 , alsgasförmigen Körper beim Glühen in die Luft entweichen lassen oderbeim Uebergiessen mit Säuren unter Aufbrausen abgeben: wusste manvon den Silicaten schon im 17. Jahrhundert, dass sie beim Glühen fürsich nicht verändert werden und auch mit Säuren nicht aufbrausen,dass vielmehr die zersetzlicheren unter ihnen mit Mineralsäuren einesandige Substanz, die Kieselerde abscheiden. Ausserdem nahm manwahr, dass die durch ihre Härte ausgezeichneten kieselsaure- oder kie-selerdereichen Mineralien mit passenden Zusätzen zu Glas verschmolzenwerden können. Eine bestimmte Vermuthung über die chemische Na-tur der Kieselerde konnte zwar Lavoisier noch nicht aussprechen; auchDavy (1808) bemühte sich vergeblich, aus derselben mit Hilfe des vonihm entdeckten Kaliums den Sauerstoff wegzunehmen, den man damalsschon in der Kieselerde mit Sicherheit glaubte annehmen zu dürfen.
Erst 1810 erhielt Berzelius durch Glühen von Kieselerde mitKohle und Eisen unreines Silicium, und 1823 lehrte derselbe, diesesElement aus Kieselfluorkalium rein darzustellen. Man bekommt das Sili-cium, indem man ein Gemenge von Kieselfluornatrium und Natriumglüht und die erkaltete Masse mit heisser verdünnter Salzsäure und zurEntfernung von Kieselerde mit Fluorwasserstoffsäure auszieht:SiFl 6 Na 2 + 4 Na = Si + 6 NaFl.
Sehr geeignet zur Darstellung von amorphem Silicium ist die Re-duetion von staubförmiger Kieselsäure durch Magnesiumpulver: Si0 2 _-r2 Mg = Si + MgO. Erhitzt man zuletzt genügend stark, dann sindamorphes Silicium und Magnesiumoxyd ausschliessliche Endprodukte,da intermediär gebildetes SiMg 2 sich dann ebenfalls mit SiO, umsetzt.