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Anorganische Chemie
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Periodisches System der Elemente.

keineswegs, um die Existenz oder die Eigenschaften auch nur der ein-fachsten Verbindungen vorauszusagen: indem man beispielsweise leichtfluchtige Wasserstoffverbindungen nur für die nichtmetallischen Elementekennt. Da auch die Chloride der Metalle theilweise nicht oder nurschwer flüchtig sind, so ist es für die Kenntniss der Werthigkeit dieserletzteren Elemente von Interesse, dass den obigen entsprechende Regel-mässigkeiten auch von den in fast vollständiger Reihenfolge dargestelltenMethylverbindungen gezeigt werden:

. LNa(CH 3 )] Mg(CH 3 ) 2 A1(CH 3 ) 3 Si(CH 3 ) 4 P(CH 3 ) 4 S(CH 3 ) 2 C1(CH 3 ) 3 .

Die Wasserstoff- und Methylverbindungen gehorchen den Re-geln der constanten Valenzhypothese. Keineswegs ist dieses aberder Fall für die Chloride; man kennt z. B. ausser obigen Chloriden

noch diejenigen PC1 5 , SbClPFL, JF1, u. s.

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SC1 4 , TeCl 4 ; ferner kennt man Flu-oride wie PFl 5 , JF1 3 u. s. f. In die gleiche Kategorie von Sub-stanzen, die sich durch die Valenztheorie nicht ohne gezwungeneHilfshypothesen deuten lassen, gehören auch NH 4 C1, PH 4 J (Phospho-niumjodid) u. s. f. Für diese Verbindungen der Elemente aus GruppeV, VI und VII mit elektronegativen Elementen nimmt man das-selbe Bestreben zur Erreichung einer Maximalvalenz wahr, wie dasnach der Tabelle namentlich für die Oxyde der Fall ist. Wie inder Reihe der Stickoxyde: N 2 0, NO, N 2 0 3 , N 2 0 4 , N 2 0 5 , die ansich, sowie durch das von Dal ton an ihr entdeckte Gesetz dermultipeln Proportionen von hohem Interesse ist — können auch inanderen Fällen unter geeigneten Bedingungen, ausser den höchstenOxyden oder Chloriden, noch die weniger mit Sauerstoff oder Chlorgesättigten Verbindungen dargestellt werden. Die Gesetzmässigkeit,welche das natürliche System in diese längst bekannten Beziehungenbringt — deren periodisches Auftreten — ist bis jetzt ebenso wenigerklärt, wie das System selbst, und scheint auch nicht immer dieletzte Grenze des Möglichen zu sein, erleichtert jedoch den Ueberblicküber das Vorhandene sehr.

In den vier ersten Gruppen steigen die Wasserstoffvalenz und dieMaximalvalenz für Sauerstoff im Ganzen gleichmässig; diese Uebcrein-stimmung zeigt sich auch für das Kohlenstoffatom und ist die Ursachevon der ausserordentlichen Brauchbarkeit der Valenzhypothese im Ge-biet der organischen Chemie. Mag man die Kohlenstoffverbindungenvom Kohlendioxyd C0 2 oder vom Methan CH t ableiten, stets geht manvom vierwerthigen Kohlenstoffatom aus und kann dieses unter Anwen-dung einfacher Hilfshypothesen, z. B. von der doppelten und dreifachenBindung zweier Kohlenstoffatome, auch in den complicirtesten Verbin-dungen beibehalten. — In den drei folgenden Gruppen dos Systemsfindet man dagegen keine Uebereinstimmung zwischen Wasserstoff- undSauerstoffvalenz der einzelnen Elemente, und daher auch keine „con-stante Werthigkeit" mehr. Spricht man aber in diesen Fällen gewohn-heitsmässig davon, dass ein Element, wie z. B. der Stickstoff, bald drei-,bald fünfwerthig erscheine, so ist dieses eben nur eine Umschreibungvon einstweilen noch nicht genügend erklärten Thatsachen. Jedenfallswird aber, wie schon bemerkt, das Gesetz der multiplen Proportionendurch das periodische System in einen leicht übersichtlichen Rahmen