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Anorganische Chemie
Entstehung
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Einleitung

eingehend dar-

^'ilzsäure entweichenden Wasserstoff, der durch seine Brennbarkeitnnd seine grosse Leichtigkeit ausgezeichnet erscheint.

Nachdem dann 1774 der Sauerstoff aufgefunden war, erkanntenian > dass die Luft im Wesentlichen ein Gemenge desselben mit dem in-differentenStickstoff" ist, und vom Wasser zeigte Ca vendish 1781,dass es nichts anderes ist, als eine chemische Verbindung von Wasser-stoff m it Sauerstoff. Damit verschwanden die aristotelischen ElementeJr' rc ' e ) Wasser, Feuer, Luft) und mit ihnen die alehymistischen Elemente(ochwefel, Quecksilber und Salz) für immer; an ihre »Stelle traten nun-mehr die heutigen chemischen Elemente oder Grundstoffe.

, Bei der chemischen Zerlegung der Körper stösst man nämlich stets,w ie lange und in welcher Weise man dieselbe auch fortsetzen möge,auf ein und dieselbe ganz bestimmte Reihe von Stoffen, die sich mitden heutigen Hilfsmitteln nicht mehr in weitere Spaltungsproducte habenzerlegen lassen. Für jede einzelne Verbindung die Qualität und dasgewicht dieser letzten Bestandtheile festzustellen, ist die Aufgabe derchemischen Analyse. Derartige Substanzen muss man bis auf weiteresa ls chemische Grundstoffe oder Elemente bezeichnen; dahingehören beispielsweise Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Kohlenstoff,<~hlor, Schwefel, Phosphor und sämmtliche gediegenen Metalle.

Man nimmt seit Dalton (1808), wie weiter untengelegt werden wird, allgemein an, dass jedes dieser Elemente aus unter-einander vollkommen gleichen kleinsten Theilchen, denAtomen",besteht. Durch Nebeneinanderlagerung solcher Atome entstehen dieehemischen Verbindungen, und mit deren häufig sehr compli-cirtem Aufbau beschäftigt sich die chemische Synthese. In der nochjetzt gebräuchlichen Weise schrieb zuerst Berzelius diese Elementar-atome abgekürzt durch Symbole, die Anfangsbuchstaben ihrer latei-nischen Benennung: den Sauerstoff (Oxygenium) setzte er = 0, denWasserstoff (Hydrogenium) = H, Stickstoff (Nitrogenium) = N, Queck-silber (Hydrargyrum) = Hg, Schwefel (Sulphur) = S, u. s. f. Um mitHilfe solcher Formeln auch die Verbindungen symbolisch zu schreiben,setzt man einfach die in einer solchen nachweislich vorhandenen Atomeneben einander: Schwefeleisen wird = FeS, Schwefelquecksilber = HgS,Quocksilberoxyd = HgO u. s. f. Derartige Zusammenlagerungen vonzwei oder mehr Atomen nennt manMolecüle''. Selbst im festenAggregatzustand erfüllen diese Molecüle den Raum nicht vollständig,sondern sind von einander durch weite Zwischenräume getrennt. Dieeinzelnen Atome eines jeden Elements haben in allen ihren verschie-denen Verbindungen auf der Erdoberfläche stets dasselbe Gewicht, dasman bei der ausserordentlichen Kleinheit dieser Objecto bisher zwarn och nicht in absoluter Messung, wohl aber relativ mit grosser Ge-nauigkeit bestimmt hat. Uebereinkunftemässig hat man nun ein fürall( 'inal jedem einzelnen Atomsymbol auch den Begriff desAtom-gewichts" beigelegt; hierbei wurde das leichteste aller Elementaratome,das Wasserstoffatom, zur Einheit gewählt, mit der man die Gewichte

übrigen Atome vergleicht. Wenn H == 1 ist, so wird O = 15'88,

S =

32,

das

Gewichtsverhältniss

Fe = 56, Hg = 200, u. s. f. 1 >azwischen Wasserstoff und Sauerstoff äusserst schwierig mit voller Ge-