Zeit an gebrauchte man denselben bei allen chirurgischen Operationen,und nur Einzelne wurden durch die hier und da" vorgekommenenTodesfälle abgeschreckt.
Man hat die Frage aufgeworfen: Darf man überhaupt denSchmerz aufheben oder nicht. So lächerlich diese Frage auf denersten Blick erscheinen mag, so hat sie doch manche Feder proet contra in Bewegung gesetzt, und der Streit darüber, welchermit der ersten Inhalation des Aethers begonnen , ist zum Theiljetzt noch nicht entschieden. Abgesehen davon, dass die Todesfälle,deren Ursache man dem Aether oder Chloroform zusehrieh, einigefurchtsame Aerzte und Kranke abschreckte, suchte man auch durchgeschraubte physiologische Gründe die Anwendung der Inhalationenzu verbannen, und Hohn behauptete, dass der Schmerz seihst einHeilmittel sei, da er, durch die Sensibilität hervorgerufen, die demOrganismus drohende feindliche Gewalt anzeige und desshalb nichtaufgehoben werden dürfe. Wenn auch vielleicht von der Physiologiegegen diese Gründe nichts geäussert werden kann, so sind sie dochgänzlich von den Erfahrungen in der Praxis widerlegt und Etoux seihstfand diese Widerlegung in seiner eigenen. Wenn nun aber nochPhysiologen, wie Magendie, gegen die Aetherisation auftraten, somusste allerdings dadurch ein Nachtheil für diese Methode erwach-Der Vortheil, welchen Aerzte und Kranke von der Aetheri-
sen
Sätion hatten, war zu gross, als dass man ihn einer physiologischenSpitzfindigkeit hätte aufopfern sollen, und als Dieffenbach sich (Uvdie Aetherisation erklärte, da niussten die Stimmen eines Roux undseiner Anhänger schweigen. Doch ganz schwiegen diese Stimmennicht, sie murmelten, und als man anfing, auch bei Gebärenden dieNarkose zur Linderung des Wehenschmerzes zu gehrauchen, damurmelte es immer lauter, bis das Murmeln in ein lautes Geschreiausbrach, das von den Pietisten ausging. Bis jetzt hatte sich derStreit nur auf ärztlichem Boden bewegt, nun aber glaubte die Geist-lichkeit in dem Stillen i\(V Webcnsclmier/.es eine Verletzung derBibel zu sehen, gegen welche sie ankämpfen müssten. Zu bedauern,aber nicht nachzuahmen ist es, wenn Montgomerv zu Dublin sichnicht enthalten kann, gegen die Anwendung des Chloroforms in der
*) Weiss führt (in seiner Dissert. inang. de renied. anaesthet. BerL 1853)Magendie's Worte an: Indignum esse medico, operationi submittere li>■ 111mem vi manuelle inebrium; semper exoriri dicit.(Magendie) satyriasin,nymphunianiam statusque baechicos , qualis puellis foraan quibusdamParialenaibus superveniunt qnippe quae exaltatae, ergo aethere quoqueebriae, imi animi partem revelare suleant.