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Bewusstlosigkeit. Nach dem Anfalle ist der Krankeverdutzt, schwerbesinnlich, schlaftrunken und abgeschlagenund klagt fast immer über Schmerzen in der Magengrube.
So rein pflegt der epileptische Anfall innerhalb des10. und 30. Lebensjahres zu verlaufen; sonst kommenoft epileptoide Anfälle vor, denen die eine oder andereder genannten Erscheinungen fehlen. Manche verfallennach Branntweingenuss in Krämpfe (Ivresse convulsive,Percy), die allerdings nur durch den begleitenden Brannt-weingeruch von denen der Fallsucht zu unterscheidensind. Auch hat Thurn bei neu eingetretenen Rekrutenin Folge der Anstrengung bis dahin wenig geübter Muskel-gruppen und des ungewohnten Reizes gewisser Hirn-ganglien Krampfanfälle (Epilepsia acuta) beobachtet, diesich mit dem Fortschritte der militärischen Ausbildungwieder verlieren.
Die Eiweissausscheidung durch den Harn, dieHuppert3—4 Stunden nach ausgesprochenen Krampfan fällen ge-funden hat, fehlt in den blossen epileptischen Schwindel-anfällen.
Im Ganzen und Grossen ist der epileptische Krampf-anfall so charakteristisch, dass ein Arzt, der schon mehrerewahre Fälle beobachtet hat, kaum getäuscht werden kann.Und doch kommen immer noch Vorspiegelungen dieserKrankheit vor.
Der Grund dieser Wahl liegt wohl hauptsächlich infolgenden Umständen: Die Fallsucht ist im Volke ziemlichverbreitet und in ihrem Verlaufe bekannt. Sie lässt sichbequem, ohne besondere Vorbereitung und ohne nach-folgende Entsagungen in Scene setzen. Sie erzeugt indem Zuschauer Mitleid, mit dem die Geneigtheit zumGlauben an das wirkliche Vorhandensein der Krankheitwächst. Sie verspricht endlich täuschend nachgeahmtreichlichen Gewinn; denn die Fallsucht vereinigt sich mitder Untauglichkeit zu einer grossen Zahl von Arbeitenund Verpflichtungen, insbesondere auch zu jedem Militär-dienste.