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Vortäuschung von Krankheiten
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ergebnisses. Die Behandlung in einem Krankenhausewird man nur ganz ausnahmsweise verordnen, weil hierder Spiegelfechter seine Aufmerksamkeit viel mehr seinerVortäuschung zuwenden kann, als in seinem Arbeitsver-hältnisse oder in seiner Häuslichkeit, und weil die Kranken-hausverpflegung für einen Betrüger zu kostbar ist. Istdas Krankenhaus schliesslich nicht zu umgehen, so sindwenigstens Bettlage und unverrückbare Verbände, dieWochen und Monate liegen bleiben, zu vermeiden. Dennder Kranke wird gewöhnlich in dieser Lage geduldig aus-harren und schliesslich Schwunderscheinungen thatsächlicherArt aufweisen, die die Erkenntniss des Sachverhaltes störenmüssen. Vielmehr ist mit eingreifenden Mitteln zu wartenund vorsichtiges hydropathisches Verfahren (kalte Wasser-abreibungen, Spritzbäder) schon der Billigkeit wegen rath-sam. Weiterhin erst ist auf die Anwendung der Elek-tricität überzugehen.

Von den Krampfarten, die bisweilen vorgetäuschtwerden, ist an erster Stelle die Fallsucht (epilepsia) zunennen mit ihren typischen Krampfanfällen, die das ver-lässlichste Merkmal der Fallsucht bilden, indem sie sichvon der Verlaufsweise jeder andern Störung unterscheiden.

Diese periodischen Krampfanfälle stellen plötzlich aus-brechende und rasch abfallende Hirnerscheinungen see-lischer und motorischer Natur mit nachfolgender undvorübergehender Gedächtnissschwäche dar und beruhenhauptsächlich auf einem Krämpfe der Adern der Gross-hirnrinde.

Die charakteristischen Einzelerscheinungen dieser Krampf-anfälle sind: gewaltige krampfhafte und blitzartige Be-wegungen der Rücken-, Nacken- und Gliedmaassen-Musculatur, der vom Nackenkrampf zurückgebeugte Kopf,der Kieferkrampf, die Antlitzblässe, das halbgeschlossnerollende Auge mit den reactionslosen oder matt reagirendenPupillen, die Pulsvermehrung, der Schweiss, die unregel-mässige Athmung, der blutige Schaum vor den Lippenund der Mangel an Empfindung und Reflexbewegung bei

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