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Die Art, wie ein Spiegelfechter einen Fallsuchtsanfallvorzutäuschen pflegt, ist folgende: Er richtet vor allemseinen Anfall so ein, dass er allein im Zimmer sich be-quem auf's Bett oder auch auf die Diele zu einer Zeitlegt, wo er die Ankunft einer Person, eines Zeugen, er-warten darf. Unmittelbar vor dem Zutritt der Personbeginnt er mit seiner Vorstellung. In der Regel scheuter sich, einen lange anhaltenden Krampfanfall vorzu-spiegeln; denn ein solcher ist zu anstrengend und er-möglicht die dem Betrüger unerwünschte Zwischenkunfteines Arztes.
Wenn schon der Arzt einen wirklichen von einemkünstlichen Fallsuchts - Krampfanfall unterscheiden kann,ist es doch von Belang, alle einschlagenden Verhältnisse,die den Sachverhalt noch weiter klären, zu erörtern. Esgilt, besonders in Zweifelfällen, das Vorleben des an-geblich Kranken klarzulegen, damit ersichtlich wird, obdie Person epileptische oder geisteskranke oder nerven-kranke Eltern oder Verwandte hat — denn die Fallsuchtist in etwa 31 °/ 0 der Fälle erblich —, und ferner, wiesein intellectuelles und sittliches Verhalten in der Kindheitwar, und welche Krankheiten er ehedem überstanden hat.Diejenigen Merkmale, welche zunächst die äussere Er-scheinung einer mit lange bestandner Fallsucht belastetenPerson darbietet, und welche besonders die erbliche,also vor dem 19. Lebensjahre auftretende, Fallsucht imLaufe der Zeit dem Kranken aufdrückt, sind folgende:Fallsüchtige sind meistentheils klein, schwach, zart, auchwohl verkrüppelt; die Haut ist weiss und fettarm, dieMuskulatur ist schwach entwickelt und sehr beweglich;der Gesichtsausdruck bietet ein Gemisch von Scham undStumpfsinn, der Kopf ist vorgeneigt, die Pupillen sindweit, die Augäpfel blutreich, die Mundwinkel verzogen,die Lippen auseinanderstehend, die Schläfen- und Drossel-Blutadern treten hervor, die geistigen Fähigkeiten liegenmeist in der einen oder andern Richtung darnieder,und es sind als Folgeerscheinungen des mit dem be-