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Vorsicht messen. Für die Längsmessung der Unterglied-massen insbesondere gelte folgendes Verfahren:
Der Prüfling lege sich wagerecht auf eine unnach-giebige Unterlage (Diele etc.) so, dass die Längsachse desKörpers von einer Linie rechtwinkelig gekreuzt wird, diedie beiden vordem obern in einer Ebne liegenden Darm-beinränder verbindet. Dann wird mit einem Bande^vomobern vordem Rande des Hüftkamms beiderseits einmalbis zur Spitze der Kniescheibe und dann bis zum innernKnöchel gemessen.
Findet man wegen der kurzen Dauer der Krankheitnoch keine Ernährungsveränderungen, so kommt dochbisweilen vor diesen schon eine veränderte Blutspannungin den Adern vor. Da nun der vasomotorische Nerven-apparat vom subjeetiven Willen unabhängig ist, soempfehle ich, für die Prüfung der Blutspannung Marey'sSphygmographen zu verwenden; bei wirklichen Lähmungenwerden die Pulscurven so verändert, dass sie langsam undmassig emporsteigen, dann einige Zeit auf gleicher Höheverharren, um sehr allmälig und polykrot zu sinken.
In manchen Fällen wird sich auch das Myographiumnützlich erweisen. Es ertheilt Aufschluss über die Er-regbarkeit gegenüber mechanischen, galvanischen undfaradischen Reizen. Es zeigt, dass sich gelähmte Muskelnlangsamer verkürzen und aus der Verkürzung langsamerin Erschlaffung übergehen. Auch ist das Stärkeverhältnisszwischen Schliessungs- und Oeffnungszuckung, welch' letzterebei absteigendem Strome schwächer und bei aufsteigendemstärker ist als jene, bei krankhaft veränderten Nerven undMuskeln anderer Art.
Wird die Bewegungsschwäche in ein Gelenk verlegt,so erinnere man sich, dass ein Muskel bei seiner Zu-sammenziehung nicht nur das von ihm überspannte Ge-lenk, sondern auch die benachbarten nicht von ihmüberspannten Gelenke, falls diese nicht durch andreMuskeln fixirt sind, mitbewegt.