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Ein sehr gebräuchlicher Entlarvungsversuch ist der1855 von Albrecht Gräfe angegebene mit dem Prisma.Ein Prisma von etwa 14 0 wird mit der Basis nach obenoder unten vorgehalten. Sind beide Augen gesund undfixiren sie einen kleinen, etwa 50 cm entfernten Gegen-stand, so entstellen Doppelbilder, die binoculär sind.Diese suchen gesunde Augen zu vereinigen, was sichdurch ihr Zittern und Einwärtsschielen (Convergenzzwang)kundgibt (Welz). Leugnet ein Untersuchter diese Doppel-bilder, so wird das vorgeblich blinde Auge verbunden,und ein Prisma von 12 0 so vor das gesunde Auge ge-halten, dass die Basis abwärts liegt, und die brechendeKante das Pupillengebiet bei wagerechter Visirebene vonoben nach unten halbirt. Auf diese Weise entsteht mon-oculäres Doppelsehen. Hat sich so der Prüfling über-zeugt, dass auch ein Auge schon doppelt sieht, so wirddas bisher verdeckte Auge geöffnet, und das Prismahöher, also ganz vor seine Pupille geschoben. Ist derUntersuchte ein Betrüger, so sieht er die entstehendenDoppelbilder binoculär und wird nun die Doppelbilderdes ersten Versuchs nicht mehr leugnen (Alfred Gräfe).
Das Verfahren ist, so sinnig es erscheint, schwerdurchzuführen, namentlich in Folge der grossen Beweg-lichkeit der Pupille. Galezowski ist daher auf denGedanken gekommen, abwechselnd monoculäre und bin-oculäre Doppelbilder in rascher Folge theils mit einemKalkspath, theils mit ein ein gewöhnlichen Prisma zu er-zeugen. Wenn dies mit der Geschwindigkeit des Taschen-spielers geschieht, so wird ein Betrüger kaum Standhalten können.
Wenn die Doppelbilder des Prismas zugegeben werden,und augenscheinlich höchstens Schwachsichtigkeit vorliegt,so ist das Maass der Sehschärfe zu bestimmen, indemder Prüfling durch ein mit der Basis nach oben gehaltenesPrisma nach einer Tafel zu sehen hat, auf der ein Wortder Leseproben steht. Der Spiegelfechter liest das imDoppelbilde erscheinende Wort, indem er bald mit dem