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Vortäuschung von Krankheiten
Entstehung
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Selbstverständlich kann man zur Gegenprobe dasGrün des Glases mit dem Roth der Sehprobe vertauschen,wie überhaupt dieses von Snellen 1877 angegebeneVerfahren inbezug auf die Unterlage und Herstellung derSehzeichen vielfach z. B. von Michel, Rava, Pfluger,Jung in Heidelberg,- Doerffel in Berlin, Meyrowitzin New-York, Stöber in Nancy, Dujardin in Lille,Bravais und Michaild gemodelt worden ist.

Dujardin verwendet eine Tafel mit schwarzen undrothen Buchstaben auf weissem Grunde und bewaffnetdas gesunde Auge mit einem Glase von möglichst gleichrother Farbe wie die Buchstaben. Wenn nun der Manndie rothen Buchstaben liest, kann er dies nur mit demangeblich kranken Auge bewirkt haben; denn das rotheGlas lässt die rothen Buchstaben verschwinden (Dujardin1883).

Bravais in Lyon bedient sich (seit 1884) einerBrille, deren für das gesunde Auge bestimmte Glas rothund das andre Glas blau ist. Die Sehproben sind aufweisses Papier gezeichnet roth und blau. Sie bestehenin Wörtern, deren einzelne Buchstaben während derSitzung theils mit rothem theils mit blauem Stifte nieder-geschrieben werden und zwar so, dass die rothen Buch-staben ebenso wie die blauen ein Wort mit Sinn er-geben, z. B. p Ou Dr E, welches Wort pur und odeergiebt, wenn die kleinen Buchstaben blau und diegrossen roth geschrieben sind; oder das deutsche WortHOCH zeit u. v. a.

Michaud in Lorient hat 1888 vorgeschlagen, ein-zelne Buchstaben verschiedenartig in ihren Einzeltheilenzu zeichnen und lesen zu lassen, so zwar, dass jedenfallsein Buchstabe lesbar bleibt, z. B. zeichnet er denSchenkel von L, von E etc. anders, so dass mindestensI oder F gelesen werden kann. Auf diese Weise lassensich auch ganze Wörter zusammenstellen, die andrewerden, wenn sie ganz oder nur theilweise sichtbarsind.