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Liest nun der Prüfling mit der vorigen Haltung und mitfestgestelltem Kopfe die beiden Tabellen wieder wie zuvor,so ist er Spiegelfechter.
Der Spiegelversuch besteht darin, dass im Dunkel-zimmer von einer Lichtquelle (Lampe) aus die Licht-strahlen mittels eines jRenectors abwechselnd in das eineund andre Auge gesendet werden, so dass der Prüflingnicht angeben kann, in welches Auge die Strahlen ge-richtet werden, und er wohl auch mit dem angeblichblinden Auge die Lichtquelle im Spiegel erblickt, währender sie thatsächlich nur mit dem andern Auge sehenkann (Hertcr 1878). Hängt man an die Lampenglockeausserdem verschieden grosse Sehproben, so zeigt derPrüfling selbst zugleich seine Sehschärfe an. Es ist dabeizu beachten, dass nur ein kleiner Spiegel Erfolg ver-spricht; sonst können diese. Proben in ihrer ganzen Aus-dehnung mit beiden Augen gesehen werden, wenn siesehfähig sind.
Die Benutzung von Winkelspiegeln hat Fies undnach ihm Chauvel vorgeschlagen. Fies verwendet einen27 cm langen, 18 cm breiten und 10 cm hohen, in-wendig geschwärzten Holzkasten, in dessen Deckel eineGlasscheibe für den Lichteintritt angebracht ist. Dievordere Wand ist mit 2 Sehlöchern versehen. Innenstossen an der hinteren Wand 2 Spiegel in einem Winkelvon 120 ° zusammen. In den beiden Vorderecken stehen2 verschiedene (z. B. Karten-) Figuren oder Sehproben.Der Uneingeweihte vermuthet irrthümlich, dass er dasrechte Figurenbild mit dem rechten und das linke mitdem linken Auge sieht, und entlarvt sich so selbst.
Von öfterem Erfolge ist das Verfahren, die Sehschärfedes gesunden Auges zunächst durch Einschaltung einesrauchgrauen Planglases so beträchtlich herabzusetzen, dassdieses Auge einfache Sehobjecte z. B. auf weissem oderschwarzem Grunde, sich scharf abhebende Punkte oderStriche, oder auch eine Flamme in gewisser Entfernungnicht mehr erkennen kann. Sieht sie der Prüfling nicht,
Frölich, Vortäuschung von Krankheiten. i