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Vortäuschung von Krankheiten
Entstehung
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Verbindet man die Untersuchung auf Sehschärfe zu-gleich mit derjenigen auf Brechungsstörungen, wie diesauf dem Rekrutirungsplatze zu geschehen pflegt, sohält man bei vermeintlichen Sehstörungen nacheinanderschwache Concav- und Convexgläser, etwa 24 und+ 24, vor das Auge.

Sieht der Untersuchte mit einem Convexglase geradeso gut oder besser, so ist er übersichtig. Um den Gradder Uebersichtigkeit (Hypermetropie) zu bestimmen, gehtman von den schwächeren zu den stärkeren Convex-gläsern über. Das stärkste Convexglas, mit dem derUntersuchte am besten sieht, entspricht dem Grade derUebersichtigkeit. Erkennt er mit +20 (+ 2 Dioptrien)No. 6 der Schriftproben ebenso gut, Wie mit +10(= +4 D.), so beträgt der Grad der Uebersichtigkeitnicht 2 sondern 4 Dioptrien, die Sehschärfe ist voll= 1, und die Brille ist +4,0 D. = No. +10. Siehtder Untersuchte mit einem Convexglase schlechter, aberdurch ein Concavglas besser, so besteht Kurzsichtigkeit(Myopie). Der Grad derselben entspricht dem schwächstenConcavglase, mit dem am besten gesehen wird. Siehtder Prüfling mit 16 (=2,5 D.) ebenso gut wiemit 12, so beträgt der Grad der Kurzsichtigkeit nichtY12 sondern Yi«-

Für militärische Zwecke ist es nöthig, bei Kurzsich-tigen auch den Fernpunkt, soweit es die verfüglichenLeseproben gestatten, festzustellen. Während der Nahe-punkt des Kurzsichtigen zwischen 2 bis 16 cm liegt (derdes regelrecht Sehenden fällt zwischen 16 cm und 22 cmund der des Weitsichtigen zwischen 28 cm und 84 cm), istsein Fernpunkt durch die Entfernung ausgedrückt, in derer kleine Schrift von 1 mm Höhe gerade noch zu lesenvermag; diese Entfernung vom Auge bis zur Schrift misstman vom knöchernen Orbitalrande aus.

Die schwachen und mittleren Grade von Uebersichtig-keit und Kurzsichtigkeit sind gewöhnlich mit voller odernahezu voller Sehschärfe vereinigt und hindern, zumal