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Vortäuschung von Krankheiten
Entstehung
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man über eine einheitliche und besonders für den aus-übenden Arzt handliche Art der Untersuchung auf dieMindestreize oder Mindest-Empfindungen, mögen sie durchDruck, oder chemische Vorgänge, oder durch Temperaturoder Elektricität erzeugt werden, noch nicht sich geeinigt hat,und dass daher der Arzt auf seine eigne Findigkeit ange-wiesen bleibt. Wenn ihm dabei kleinere Abweichungen ent-gehen, so darf er sich damit trösten, dass nur erheblichere seinUrtheil beeinflussen können, um so mehr als verschiedeneMenschen von untadelhafter Gesundheit sehr verschiedeneMindest-Empfindungen darbieten können. In den meistenFällen wird es sich um Krankheiten handeln, die alssolche des Centralnervensystems das Empfindungsvermögenabändern und der Erkenntniss mit andern Untersuchungs-mitteln näher geführt werden, als mit der Reizung vonumschriebenen Hautstellen. Wenige Beispiele mögen ge-nügen. Kommt eine Rückenmarkskrankheit in Frage,so liegt in der etwaigen Verstärkung oder Verschwächungder Sehnenreflexe eine Bestätigung der Krankheit. Solldas Gefühl für das Gleichgewicht gestört sein, so würde derKranke bei geschlossenen Augen stehend stark schwankenoder sitzend selbst wohl vom Stuhle fallen. Soll dieEmpfindung der Gliederhaltung gestört sein, so kann derKranke, wenn man dem einen Gliede z. B. einem Beineeine bestimmte Stellung giebt, und diese von dem anderenBeine nachahmen lassen will, diese Aufgabe mit ge-schlossnen Augen nur unvollständig lösen u. a. m.

Sinnesstörungen.

a. Sehstörungen.

Sehstörungen werden von den verschiedensten mate-riellen Ursachen des Auges erzeugt, so dass zur sicherenErkenntniss einer grossen Anzahl von Sehstörungen einespecialistische Untersuchung des Auges unerlässlich ist.