(Parästhesie), wie sie sich unter dem Einflüsse der erstenbeiden Arten von Empfindungsstörungen auszubilden pflegt.Der Sitz einer solchen Störung ist der (äussere) Anfangdes den Reiz aufnehmenden Nerven, oder die Leitungs-bahn dieses Nerven oder sein (centrales) Ende, das Hirn.
Störungen des Empfindungsvermögens werden sehroft vorgetäuscht, und ganz besonders ist es der Schmerz,also eine Hyperästhesie, die von allen krankhaften Stör-ungen am häufigsten dem Betrüger dienen muss. Esist diese Häufigkeit leicht erklärlich, wenn man bedenkt,dass die Empfindung eine, wenn schon die einfachste,Vorstellung, und diese wiederum das Erzeugniss einerseelischen Arbeit ist, die als solche der materiellen Unter-suchung unzugängig ist.
So sehr auch das Empfindungsgebiet in das seelischehinübergreift, erfreut sich doch die Wissenschaft einigerwerthvoller Mittel, den Sachverhalt objectiv festzustellen.Von diesen Mitteln ausgiebigen Gebrauch zu machen,empfiehlt die Schwierigkeit der diagnostischen Aufgabe.
Für die objective Untersuchung gilt es, durch ReizeEmpfindungen hervorzurufen. Diese Reize sind objectivmit Messgeräthen messbar und subjectiv mit dem Em-pfindungsvermögen abschätzbar. Die allgemeine Aufgabedes Arztes besteht nun darin, die objective Messung einesReizes mit der subjectiven Abschätzung zu vergleichen,um zu erkennen, ob zwischen beiden Uebereinstimmungbesteht oder nicht.
Es sind nun, was die Untersuchung im Einzelnenbetrifft, die verschiedenen Reizarten (mechanische, chemische,calorische, elektrische) der Reihe nach in gewisser räum-licher und zeitlicher Ausdehnung anzuwenden. Hiervonsind, wenn es sich um die Ermittelung blosser Empfin-dungen handelt, die Sinnesreize, die Reize des Auges,des Ohres, der Nase und der Zunge, ausgeschlossen.Dagegen lassen sich die Getastreize von den Hautreizenüberhaupt nicht genügend ausschliessen, so dass der un-vollkommenen Art, wie die jetzige Physiologie die Haut-