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Vortäuschung von Krankheiten
Entstehung
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Das auch für die Entlarvung erste ist: dass der Krankemit systematischer Gründlichkeit untersucht wird. Es istdas Bewegungs-, das Empfindungs-Vermögen, die reflec-torische Erregbarkeit und jeder Sinn zu prüfen. Besondersachte der Arzt auf Erscheinungen, die nicht vorgespiegeltwerden können: deutliche Steigerung der Sehnenreflexe,besonders das Fussphänomen, Ungleichheit der Sehnen-reflexe auf beiden Seiten, Muskelschwund, die von Rumpfbeschriebenen Muskelbündel-Zuckungen, unter Umständenelektrische Erregbarkeit, deutliche vasomotorische Er-scheinungen, Hyper- oder Anidrosis, Oedeme.

Fast unmöglich ist eine geschickte und täuschendeNachahmung folgender Erscheinungen: Der grosse hyste-rische Anfall, die Hemianaesthesia totalis, die Einengungdes Gesichtsfeldes und die hysterische Dyschromatopsie,die partielle Anästhesie (Analgesie, mit oder ohne Therm-anästhesie) mit ihren die Hysterie kennzeichnendenGrenzen, die hysterogenen Zonen, die hysterische Ffemi-parese mit ihrem eigenthümlichen Gange, der einseitigeLippenzungenkrampf u. a. m.; endlich die eigenthümlicheVerbindung, in der bestimmte Gruppen von Erscheinungen,besonders Hyperästhesie und Anästhesie, auftreten.

Fehlen die hysterischen Erscheinungen, und sind neu-rasthenische, mit denen immer hypochondrische verknüpftsind, vorhanden, so ist angesichts der grösseren patho-gnostischen Schwierigkeit auf die Uebereinstimmung mitden Angaben des Kranken und auf die fortgesetzte Be-obachtung, auch Nachts, Werth zu legen (Möbius).

Empfindungsstörungen.

Eine Störung des Empfindungsvermögens besteht ent-weder in der Steigerung des Empfindungsvermögens(Ueberempfmdlichkeit, Hyperästhesie), in der Herabsetzungdieses Vermögens (Empfindungsschwäche, Hypästhesie),in der Aufhebung (Empfindungslosigkeit, Anästhesie) undin der Verkehrtheit oder Fremdartigkeit der Empfindung