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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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251
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doppelte Zahl verbrauchter ccm derselben wird von den verbrauchten ccm Sifber-salzlös. abgezogen, worauf die noch übrigen ccm Silbersalzlös. mit 0,00585 mul-tipliziert, die Menge NaCl in 10 ccm Harn ergeben.

26. Nachweis von Arzneimitteln, a. Arzneimittel, organische, weist man,wenn sie mit Wasserdämpfen flüchtig sind, nach S. 235 unter Verwendung von150 200 ccm Harn nach. Da auch normaler Harn Phenolverbindungen ent-hält, die bei der Destillation geringe Mengen von Phenolen geben, so ist nurdas starke Auftreten der Phenolreaktionen für den Genuß von Phenol- oderKresolverb. maßgebend.

b. Salicylsäure. Man versetzt etwa 50 ccm mit 1 ccm Salzsäure, schütteltmit 20ccm Äther aus und prüft den Verdunstungsrückstand des Äthers nach S.206.

c. Sulfonal und Methylsulfonal (Trional). Der Harn ist zuweilenbei schwerer Sufonalvergiftung dunkelrot oder rotbraun. Man verdampft 1000 ccmHarn auf etwa 100 ccm und schüttelt wiederholt mit 1015 ccm Äther aus.Den Verdunstungsrückstand prüft man nach S. 207. Trional gibt die Eeaktionendes Sulfonals, schmeckt aber im Gegensatz zu Sulfonal bitter.

d. Anilide und deren Derivate, z. B. Exalgin, Phenacetin, Lakto-phenin, Phenokoll, Salokoll usw. geben die Indophenolreaktion; man kocht etwa20 ccm Harn mit 5 ccm Salzsäure, behandelt dann mit Phenol, Chlorkalk];'»,und NH 3 nach S. 216,3.

e. Tannin und dessen Derivate, z. B. Airol, Tannoform, Tannigen,Gallogen. Harn wird mit gleichviel Alkalilauge versetzt dunkel gefärbt oderfärbt sich auf Zusatz verd. Ferrichloridlös. (S. 172) dunkelblau bis blauschwarz(Reaktion der Gallussäure).

f. Viele Derivate der Phenole, z. B. Salol, Guajakol, Benzosol werdennachgewiesen, indem man den Harn auf dem Wasserbade zur Trockne ver-dampft, mit Alkohol extrahiert und die filtrierte Lös. mit gleichviel Wasserverdünnt, worauf verd. Ferrichloridlös. Blaufärbung erzeugt.

g. Chinin und dessen Derivate. Man versetzt etwa 50 g Harn mit1 ccm Ammoniak, schüttelt mit etwa 20 ccm Äther aus und versetzt den insalzsäurehaltigem Wasser gelösten Rückstand mit Chlorwasser und dann mitAmmoniak, worauf die Mischung bei Anwesenheit von Chinin smaragdgrün wird(Thallei'ochinreaktion; bei Gegenwart geringer Mengen von Antipyrin oder Koffeintritt eine schön rote Färbung auf).

Brom-, Jodverbindungen lassen sich meistens nach S. 83 erkennen.

Zum Nachweis von lirom oder Jod in organ. Brom- oder Jodverbindungen,z. B. von Losophan, Aristol, Europhen usw. verdampft man 100 ccm Harn mit."> ccm Alkalilauge zur Trockne, erhitzt den Rückstand zur Rotglut, behandeltihn dann mit heißem Wasser und prüft die filtrierte Lös. nach dem Ansäuernmit Salpetersäure nach S. 83,3.

h. Gifte, org. und anorg. Der Nachweis ders. erfolgt nach S. 232.

Quecksilber kann, da es meistens nur in Spuren vorhanden ist, nur auffolgende Art erkannt werden: Man vernetzt 250300 ccm Harn mit 5 ccm verd.Salzsäure und mehreren Streifen Messingfolie (käuflich als Blattgold) und läßtH/22 Stunden bei 70° bis 80° stehen. Hierauf gießt man den Harn ab, wäschtdie Messingfolie mit Wasser, Alkohol und Äther ab, trocknet sie durch Auf-drücken auf Filtrierpapier und erhitzt sie hierauf in einem ganz trockenen,etwa 20 cm langen und 0,6 mm weiten, unten geschlossenen Glasröhrchen biszur schwachen Rotglut. Das Quecksilber, welches sich mit dem Messing amal-gamiert hatte, verdampft und setzt sich in dem kalten Teile des Röhrchens als