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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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grauer Anflug an; schmilzt man nun den das Blattgold enthaltenden Teil vor-sichtig ab, bringt in das erkaltete Eöhrchen eine Spur Jod und verdampft das-selbe durch gelindes Erwärmen, so bildet sich aus dem grauen Beschlag rot-gelbes Quecksilberjodid (event. erwärmt man auch den vom violetten Joddampfumgebenen grauen Anflug ganz gelinde).

27. Sedimente und Konkremente. Häufig macht der mikroskopische Befunddie chemische Untersuchung unnötig; vor der letzteren wird fein gepulvert.

a. Eine geringe Menge wird auf Platinblech erhitzt:Keine Schwärzung: Keine organische Substanz.

Schwärzung, bei fortgesetztem Erhitzen kein Rückstand: Cystin,Xanthin, Harnsäure, Ammoniumurat, Cholesterin (S.258), Tyrosin (s. S. 2531.Cystinsteine verbrennen dabei mitFlamme und Geruch nach Schwefeldioxyd.

Schwärzung, bei fortgesetztem Erhitzen fester Rückstand: An-organische und organische Verb. (s. vorstehend).

b. Eine geringe Menge wird auf dem Deckel eines Glühtiegels (Fig. 41)mit etwas Salpetersäure vorsichtig abgedampft:

Zitronengelbe Färbung, mit Alkalilauge rötlich, beim Erhitzen purpur-rot: Xanthin. Wird eine Messerspitze voll Chlorkalk mit 1015 TropfenAlkalilauge verrührt und Xanthinkriställchen hineingeworfen, so entstehtum dieselben eine dunkelgrüne, unbeständige Zone.

Rotgelbe Färbung, nach dem Erkalten durch Ammoniak purpurrot, danndurch Alkalilauge blauviolett werdend: Harnsäure (s. S. 253).

Keine Färbung, auch nicht nach Zusatz von Alkalilauge oder Ammoniak:Cystin. Die Lös. in Alkalilauge mit einem Tropfen Bleiaccetatlös. ge-kocht, schwärzt sich.

c. Eine kleine Menge wird mit Alkalilauge erwärmt: es entweichen Dämpfe,welche rotes Lackmuspapier bläuen und charakt. riechen:

Ammoniak (als harnsaures Ammonium).

d. Eine größere Menge der Substanz wird mit Wasser gekocht und nochheiß abfiltriert:

Die Lösung enthält:Urate, Ammonium, Kalium, Natrium,Schwefelsäure, Phosphorsäure.

Man versetzt die Lös. mit Salz-säure, läßt zur Abscheidung derHarnsäure 24 Stunden stehen.

Das Filtrat von der Harn-säure benutzt man zur Prüfungauf Ammonium (S. 56,2), Kalium(S. 27,2), Natrium (S. 56,2), Schwe-felsäure (S. 101,2), Phosphorsäure(S. 90,3).

Der Rückstand enthält:Karbonate, Oxalate, Phosphate des Calciums,Magnesiums, Ammoniums (ferner HRrnsäure).

Man löst in Salzsäure: Aufbrausendeutet auf Kohlensäure.

Die Lösung teilt man in 5 Teileund prüft auf Calcium (S. 58,a), Magne-sium (S. 59,6), Ammonium (S. 56,2),Phosphorsäure (S. 90,3) und Oxal-säure (Schema 4, VII). Ist Calcium zu-gegen, so wird es behufs Prüfung aufMagnesium durch Erwärmen mit Am-moniumkarbonat bei Gegenwart von Am-moniumchlorid gefällt und das Filtratauf Magnesium geprüft.