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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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e. Phenylhydrazinprobe. Man verführt nach S. 193,9. Diese Probewird angewendet, wenn es sich um den Nachweis von Zuckerspuren handeltoder wenn die anderen Proben nicht eindeutig sind.

12. Fruchtzucker. Löst man in 34 ccm Salzsäure eine Messerspitze vollEesorcin, vermischt die Lös. mit gleichviel Harn und erhitzt zum Kochen, soentsteht Rotfärbung der Mischung und bald rote Fällung, welche sich in Wein-geist mit roter Farbe löst. Andere Hexosen sowie die Pen tosen geben gelbebis gelbrote Färbung, bezw. Fällung.

13. Pentosen, a. Löst man in 58 ccm Salzsäure einige Messerspitzenvoll Phloroglucin, vermischt die Lös. mit etwa 1 ccm Harn und erhitzt zumKochen, so entsteht kirschrote Färbung und dann dunkle Fällung, die sich inWeingeist rot löst; diese Lös. zeigt im Spektroskop einen Absorptionsstreifenzwischen D. und E.; ebenso verhält sich Glykuronsäure und deren Verbindungen;Milchzucker gibt die Färbung, aber keinen Absorptionsstreifen.

b. Verwendet man Orcin statt wie bei a Phloroglucin, so erhält man einerote bis rotviolette Färbung und dann dunkle Fällung, welche sich in Wein-geist grün löst; die Lös. zeigt im Spektroskop einen Absorptionsstreifen zwischenC und D. Hexosen und Dextrin geben gelbe bis gelbrote Färbungen undkeinen Absorptionsstreifen.

14. Glykuronsäure. Dieselbe und ihre Verbindungen (die gepaarten Glykuron-säuren) geben die Phloroglucinreaktion der Pentosen, nicht aber die Orcin-reaktion; ihr direkter Nachweis ist schwierig; Pentosenhaltiger Harn gibt sichdurch die Erscheinung der Nachreduktion mit Fehlingscher Lös. zu erkennen,indem die Abscheidung von Kuprooxyd erst nach längerem Stehen eintritt.

15. Kreatinin gibt burgunderrote rasch verschwindende Fär-bung, wenn man etwa 5 ccm Harn mit 56 Tropfen einer frisch-bereiteten Natriumnitroprussidlösung und dann mit einigen TropfenAlkalilauge versetzt (Weylsche Reaktion).

16. Aceton. Läßt man zur Probe 15 sofort tropfenweise Eisessigzufließen, so bleibt bei Gegenwart von Aceton die Mischung längereZeit karmoisin bis purpurrot (Legalsche Reaktion S. 191), während sie,wenn nur Kreatinin vorhanden ist, durch den Eisessigzusatz verblaßt.

Acetonhaltiger Harn riecht meistens charakt. nach Aceton (S. 190). KleineMengen von Aceton werden im Destillate des Harns nach S. 235 erkannt.

17. Acetessigsäure. a. Man versetzt 510 ccm Harn mit 23 TropfenFerrichloridlös., filtriert den aus Ferriphosphaten bestehenden Nieder-schlag ab und setzt zum Filtrate noch einige Tropfen Ferrichloridlös.Violett- oder bordeauxrote Färbung kann auf Acetessigsäure deuten,aber auch viele andere organ. Stoffe geben ähnliche Färbungen; manverfährt daher, wenn die Reaktion eintrat, noch nach b und c.

b. Behandelt man vorher gekochten Harn nach a, so muß dieFärbung ausbleiben, da Acetessigsäure durch Kochen zerstört wird.

c. Man versetzt Harn mit einigen Tropfen verd. Schwefelsäure,schüttelt mit dem halben Volumen Äther, hebt ihn mit der Pipetteab und setzt 12 Tropfen Ferrichloridlös. zu; bei Acetessigsäure wirdder Äther bordeauxrot, beim Erwärmen sofort sich entfärbend.

18. Gepaarte Schwefelsäuren (d. h. saure Ester der Schwefelsäure,