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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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sofort dunkel. Melaninhaitiger Harn ist dunkel gefärbt und wird beim Stehenan der Luft braun bis schwarz.

11. Traubenzucker. Vor Anstellung der Reaktionen ist Eiweißnach 2, c zu entfernen.

Der Harn der Pflanzenfresser ist reich an Stoffen, welche wie Trauben-zucker reduzieren; bei solchem Harn ist nur die Gärungs- und Phenylhydrazin-probe entscheidend; Menschenharn darf nach dem Vergären nicht mehr redu-zieren, sonst kann die Reduktion von anderen Stoffen wie Traubenzucker herrühren.

a. Trommersche Probe. Man prüft etwa 10 ccm Harn nachS. 192,5a mit Alkalilauge und Kuprisulfat.

Erfolgt Cu 2 0 Abscheidung vor beginnendem Kochen, so ist viel Zuckervorhanden, erfolgt sie erst bei beginnendem Kochen, so ist der Zuckergehaltnicht sehr groß, erfolgt sie erst nach längerem Stehen oder findet nur Farben-übergang in gelb oder braun statt, so ist sehr wenig Zucker vorhanden.

Durch Alkalilauge entstehende, grauweiße Fällung von Calcium- undMagnesiumphosphat kann nicht zu Verwechselung Anlaß geben.

b. Fehlings Probe. Etwa 5 ccm Harn werden zum Siedenerhitzt und gleichzeitig 34 ccm frisch gemischte Fehlingsche Lös.(S. 170); das Kochen beider Flüssigkeiten wird zugleich beendet, nachetwa 30 Sekunden werden beide Flüssigkeiten gemischt und zur Seitegestellt; bei Anwesenheit von Traubenzucker tritt sofort oder bald diegelbe oder rote Fällung ein.

Um die dem normalen Harn zukommenden, Cu 2 0 lösenden Eigen-schaften zu vermindern, versetzt man nach derselben Methode eine Mischungvon je 2 ccm Fehlingscher Lös., und dest. Wasser mit nur 1215 Tropfen Harn,da bei dieser geringen Harnmenge die erwähnte Eigenschaft des Harns auf einMinimum beschränkt wird.

Die Fehlingsche Probe ist der Trommerschen vorzuziehen, da bei letztereretwa ausfallendes schwarzes Kuprioxyd die Reaktion verdecken und dieReaktion durch im Harn vorhandene, Kuprisalz reduzierende oder Kuprooxydlösende, normale Bestandteile verschieden ausfallen kann. Man vermeidet beider Probe das Kochen, da dann die vorhandenen, normalen, reduzierendenHarnbestandteile nicht zur Wirkung kommen.

c. Böttger-Nylandersche Probe. Man prüft mit NylanderscherLös. nach S. 192,5.6. Tritt dabei keine Reduktion ein, so ist derHarn mit Sicherheit zuckerfrei.

Beim Gebrauch mancher Arzneimittel sowie bei Anwesenheit schwefel-haltiger Stoffe (Eliweiß, Cystin usw.) gibt auch zuckerfreier Harn die Reaktion,weshalb bei positivem Befund noch die anderen Methoden zur Kontrolle anzu-wenden sind.

d. Gärungsprobe. Man läßt den Harn, wie S. 193,8 für Traubcn-zuckerlös. angegeben, vergären.

Zur Kontrolle der Wirksamkeit der Hefe ist gleichzeitig eine Probederselben mit Traubenzuckerlös., ferner, um zu sehen, ob das Kohlendioxydnicht durch Selbstgärung der Hefe entstanden ist, eine dritte Probe mit Hefeund Wasser anzustellen. Schwachsaure oder alkalische Harne werdenvor dem Hefezusatz mit 23 Tropfen Weinsäurelös. gemischt. Der Harn darfkeine konservierenden Zusätze enthalten.