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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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Sechste Abteilung.Toxikologisch-chemische Analyse.

Diese Analyse bezweckt die Auffindung giftiger, organischer oderanorganischer Verbindungen in Nahrungs- und Genußmitteln, Gebrauchs-gegenständen, Arzneien, menschlichen und tierischen Organen usw.,wobei es sich meistens um die Auffindung sehr geringer Mengen dergiftigen Stoffe in großen Mengen anderer organischer Stoffe handelt.

1. Es hat eine genaue Durchsuchung des zu analysie-renden Gegenstandes stattzufinden.

Diese wird vorgenommen, indem man einen Teil des Objektes, bei Flüssig-keiten unter Berücksichtigung des Bodensatzes, in einer reinen Porzellanschaleoder auf einer Glasplatte ausbreitet. Läßt sich mit bloßem Auge nichts Fremd-artiges erkennen, so nimmt man die Lupe oder das Mikroskop zu Hilfe.

Auffällige Färbung kann von Chromverbindungen, Pikrinsäure, Cyan-verbindungen, Schweinfurtergrün, Jod usw. herrühren.

Ungelöste Partikelchen können Jletallgifte oder deren Umwandlungs-produkte sein. Man sammelt sie durch Auslesen mit einer Hornpinzettc, umsie teils als corpus delicti, teils zur chemischen Untersuchung zu verwenden.

Beste von Pflanzenteilen liefern bei Vergiftungen durch Pflanzengiftmittelst Samen, Blättern, Wurzeln usw. oft wertvolle Anhaltspunkte; man sammlesolche Pflanzenreste und übergebe sie, zur Wahrung möglichster Objektivität,einem Botaniker oder Pharmakognosten zur näheren Bestimmung.

Der Geruch ist oft charakteristisch, so z. B. bei Anwesenheit von Phos-phor, Blausäure, Alkohol, Äther, Chloroform, Kampfer, Nikotin, Chlor, Brom,Jod, Ammoniak, Essigsäure, »Salzsäure, Schwefelkohlenstoff, Kreosot usw.

Leuchten im Dunkeln tritt bei Gegenwart freien Phosphors ein.

Gegen Metalle, namentlich Eisen, reagieren Objekte, welche Metallgifteenthalten, oft so, daß sich bei der Zerkleinerung das Metall als weißer, graueroder roter Niederschlag auf dem Schneideinstrument absetzt.

2. Reaktion. Organische Massen zeigeti im frischen oder bereitszersetzten Zustande häufig eine mehr oder minder schwache,saure oder alkalische Reaktion. Vergiftungen durch Säuren oderAlkalien resp. sauer oder alkalisch reagierende Salze hingegen erteilendem Untersuchungsobjekte eine starke alkalische oder saureReaktion. Hat man Ursache auf ätzende Alkalien oder freieSäuren zu prüfen, so behandelt man einen kleinen Teil der betr.Substanz nach S. 167,7. u. 8.

3. Es wird nur 8 / g der Untersuchungssubstanz verwendet,1 / 3 aber für eine etwa notwendige Nachprüfung oder als Ersatz beieinem etwaigen Verluste der Substanz durch Verschütten usw. auf-bewahrt (siehe ferner unten 5.).

4. Sämtliche zur Verwendung gelangenden Apparate undUtensilien müssen sorgfältig gereinigt sein, alle Reagenzien