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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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Setzt man der nach Entfernung der Fällung durch HJS bleiben-den, sauren Lösung hingegen Alkalihydroxyd oder Ammoniak zu, sofallen sofort die Metallsulfide der dritten Gruppe aus, indem der inder Lösung noch vorhandene 11 .,S jetzt die Metallsulfide abscheidenkann, da die freiwerdende Säure durch das Alkalihydroxyd gebundenwird; z. B.: FeS0 4 + H 2 S + 2 KOH = FeS + K,,S0 4 + 2 H 2 Ü.

Statt zur vollständigen Fällung der alkalischen Flüssig-keit noch weiter H.,S zuzusetzen, versetzt man dieselbe direktmit Ammoniumsulfid; z.B. FeS0 4 + (NH 4 ) 2 S = FeS + (NI1J,S0 4 .

Die durch H.,S in saurer Lösung als Sulfide fällbarenKationen lassen sich noch in zwei weitere Gruppen trennen, indemein Teil dieser Sulfide sich in Alkali- oder Ammoniumsulfid unterBildung von Sulfosalzen löst; z. B. SnS., + (NH 4 ) 2 S = (NH 4 ) 2 SnS 3 .

Bei der Fällung der Kationen durch H 2 S in alkalischerLösung (oder direkt durch Schwefelammonium) werden auch gewisseKationen als Hydroxyde (S. 60) gefällt, welche zwar lösliche Sulfidebilden, aber deren durch das anwesende Alkali- oder Ammonium-hydroxyd (bzw. durch deren OH'-Ionen) entstehende Ilvdroxydeunlöslich sind.

II. Qualitative Untersuchung fester Substanzen.

1. Die physikalischen Eigenschaften des vorliegendenKörpers sind zu beachten, also Form, Farbe, Glanz, Härte, Geruch,event. auch spezifisches Gewicht usw. Sodann ist die Substanz durchVerreiben im Mörser (Fig. 40) möglichst fein zu pulvern (S. 34).

Ist eine Mischung zu analysieren, so hat man sie im Mörser»ut nachzumisehen und zu pulvern.

2. Man erhitzt die trockne, gejtulverte Substanz für sichund dann mit bestimmten Reagenzien vor dem Lötrohre oder in derGasflamme, wodurch häufig charakt. Reaktionen eintreten; hierzu istvor allem die Kenntnis des Lötrohrs und der Bunsenbrennerflamme(S. 14 U. 15) erforderlich. Diese Analyse auf trocknem Wegedient als erste Prüfung und ist auf Schema 1 enthalten.

Weiterhin wird eine Prüfung der gepulverten Substanz durchErhitzen mit Salz- und Schwefelsäure nach Schema 2 angestellt.

3. Der ersten Prüfung (auch daher Vorprüfung genannt)folgt die eigentliche Analyse, welche vorgenommen wird, indemman die Substanz nach Schema 3 in Lösung bringt und die er-habenen Lösungen nach dem systematischen Gange nach Schema 5 usw.weiter untersucht.

4. Ist die zu prüfende Substanz metallisch, so kann dieVorprüfung unterbleiben und sofort nach Schema 3 die Lösung her-gestellt werden.