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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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2. Natriumverbindungen färben die Flamme intensiv gelb.Durch dickes blaues (Kobalt-)Glas betrachtet, erscheint die Flamme farblos;

dauert die Färbung nicht mindestens l j t Minute, so rührt sie von Natrium-spuren des Luftstaubes her; bei der Prüfung ist der Platindraht, an welchemman die zu prüfende Substanz befestigt, vorher so lange auszuglühen, bis erdie Flamme nicht mehr färbt; man hüte sich, den Draht mit Fingern oderSpeichel zu berühren, da sonst auch die Natriumreaktion auftritt.

3. Platiniehlorwa sserst offsäure fällt nicht; verdampft man dieMischung vorsichtig zur Trockne, so erhält man gelbrotes, jn Alkohol löslichesNatriumchloroplatinat, Na 2 PtCl c , welches unter dem Mikroskope betrachtet auscharakteristischen, triklinen Säulen und Prismen besteht.

M Jt /ia- ^afu^m^.^^u m Ammoniumverbindungen.

1. Alkalilauge (oder Baryum- oder Calciumhydroxyd) entbindetbeim Erwärmen oder beim längeren Stehen in der Kälte gasförmiges

c Ammoniak, NH 8 , (NH 4 C1 + KOH = KCl + H 2 0 + NH 3 ), kenntlicham Geruch, sowie an der Bläuung von befeuchtetem, roten Lackmus-und Bräunung von befeuchtetem Kurkumapapier, welches in das Gasgehalten wird; Berührung der Alkalilauge durch die Papiere ist zuvermeiden. Nähert man dem Gase einen mit Essigsäure benetztenGlasstab, so bilden sich weiße Nebel von Ammoniumacetat.

2. Neßlers Reagenz feine Alkalihydroxyd enthaltende Lösung vonL/# iCsXX#t$ Kaliummerkurijodid, K 2 HgJ 4 , mit dem Anion HgJ 4 ", S. 10) erzeugt

+¥X(Wj* gelbbraune Fällung, bei Spuren von Ammoniak gelbbraune Trübung,

- t"W bedingt durch die Ausscheidung vonOxydimerkuriammoniumjodid; z. B.

uMtf) NH 4 OH + 2 K 2 HgJ 4 + 3 KOH = NH 2 (-Hg-0-Hg-)J + 7 KJ + 3 H ? 0.

Der Niederschlag ist in überschüssigen Ammoniumsalzen wieder löslich,

J'JfA^S'Ä/fweshalb sich diese Reaktion nur zur Prüfung von sehr verdünnten Flüssigkeiten,

besonders zum Nachweise von Ammoniak im Brunnenwasser eignet.

3. Platinchlorwasserstoffsäure fällt gelbes, kristallinischesAmmoniumchloroplatinat, (NH 4 ) 2 PtCl 8 .

4. Natriumhydrotartrat fällt weißes Ammoniumhydrotartrat,C (i H 5 (NH 4 )O 0 .

5. Natriumkobaltihexanitrit fällt gelbes, kristallinischesAmmoniumkobaltihexanitrit, (NH 4 ) 8 Co(NO a ) 6 .

6. Pikrinsäure fällt gelbes Aminoiiiumpikrat, 0H i (NO.,) 3 (ONH 4 ). Beidiesen vier Reaktionen sind dieselben Bedingungen einzuhalten, wie bei denentsprechenden Kaliumreaktionen. Bei Anwesenheit von Kaliumverbindungensind die Reaktionen 3. 4. 5. 6. nicht entscheidend (s. Kaliumverb., 6).

7. Ammoniak erkennt man in Gegenwart organischer StickstofrVerbindungen,die mit Alkalilauge in der Wärme ebenfalls KU, abspalten, indem man dieSubstanz mit etwa den doppelten Volumen mit Wasser zu einem Brei angerührten) Calcium- oder Baryumhydroxyd in einem kleinen Becherglas versetztund das Glas mit einer (ilasplatte bedeckt, anderen Innenfläche ein befeuchtetesrotes Lackmus- oder Kurkumapapier angedrückt ist; bei Anwesenheit von NH 3wird das Papier blau bezw. braun.

8. Erhitzt sind alle Ammoniumverbindungen Süchtig.

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