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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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von starkem Gerüche, ohne Rückstand flüchtig und fälle Calcium- und Magnesium-salze nicht.

Solutio Amyli. Stärkelösung. Bei Bedarf aus einem Stückchen weißerOblate durch Schütteln mit siedendem Wasser und Filtrieren zu bereiten.

Größere Mengen stellt man dar, indem man etwa 5 g Stärke mit kaltemWasser gut verrührt, in ein Liter heftig kochenden Wassers langsam eingießtund heiß filtriert. Statt dieser Lösung verwendet man besser die haltbareChlorzinkstärkelösung: 4 g Stärke werden mit 20 g Zinkchlorid und 100 gWasser so lange, unter Ersatz des dampfenden Wassers gekocht, bis die Stärkefast ganz gelöst ist, dann wird mit destilliertem Wasser auf 1 Liter verdünntund filtriert.

Solutio Amyli Kalii jodati, Jodkaliumstärkelösung. Man fügt zu Stärke-lösung einige Tropfen Jodkaliumlösung. Sie dient zum Nachweise oxydierenderSubstanzen, wie Ozon, Chlor, Brom, salpetrige Säure.

Besser verwendet man die haltbare Jodzinkstärkelösung, indem man 1000 ccmChlorzinkstärkelösung (s. oben) mit einer durch Erwärmen bereiteten, filtriertenLösung von 1 g Zinkstaub, 2 g Jod und 10 g Wasser versetzt.

Solutio Indici, Indigolösung. In ein durch AVasser abzukühlendes Gefäß,in welchem 6 Teile rauchende Schwefelsäure sich befinden, trage man langsamunter stetem Umrühren 1 T. fein gepulverten Indigo ein, bedecke das Gefäßund gieße den Inhalt nach 48 Stunden in 100 T. destillierten Wassers, mischeund filtriere. Diese Lösung mit Wasser bis zur hellblauen Färbung versetzt,dient zur Entdeckung des Chlors, der Salpetersäure usw.

Spiritus, Alkohol, Weingeist. Man gebraucht den offiz. Spiritusrectificatissimus vom spez. Gew. 0,830,834; er dient als Trennungs-, Lösungs-oder Fällungsmittel, zur Reduktion und Flammenreaktion mancher Verbindungenusw. Sei vollkommen flüchtig, rieche beim Reiben zwischen den Händen nichtfuselig, brenne mit kaum sichtbarer Flamme, reagiere neutral.

Stannum, Zinn. Man verwendet das gewalzte Zinn, als Stanniol in denHandel kommend oder das reinere gekörnte Zinn. Es dient als Reduktions-mittel und zur Abscheidung der Phosphorsäure.

Stannum chloratum, Zinnchlorür, gelöst in 10 T. destillierten Wassers,welchem etwas Salzsäure zugesetzt ist. Die klare Lösung werde über Stannioloder Zinnstückchen aufbewahrt. Reagenz auf Gold- und Quecksilbersalze.Kräftiges Reduktionsmittel. Die Lösung werde durch Merkurichlorid sofort ge-fällt, von Schwefelsäure aber nicht verändert, H 2 S gebe dunkelbraune Fällung.AlsBettendorfsches Reagenz" zum Nachweise von Arsendienende Zinnchlorürlösung wird erhalten, indem man in eine durch Ver-reiben von 5 T. Stannochlorid mit 1 T. Salzsäure erhaltene breiige Masse solange nach S. 41 dargestelltes, getrocknetes Chlorwasserstoffgas einleitet, biseine klare Lösung entsteht. Hierauf läßt man dieselbe absetzen und filtriertdann durch Glaswolle; das spez. Gew. betrage mindestens 1,95.

Zincum. Zink, dient, am besten in bohnengroßen Körnern, zur Entwicklungvon Wasserstoff, Arsen- und Antimon Wasserstoff, zur Fällung verschiedenerMetalle aus ihren Lösungen, zur Erkennung der schwefligen Säure. Es wirdgekörnt, indem man es geschmolzen in dünnem Strahle in ein großes Gefäß mitWasser gießt. Zink sei vor allem arsenfrei (Prüfung mit arsenfreier Salz- oderSchwefelsäure im Marshschen Apparat), welchen Anforderungen namentlich derZinkdraht des Handels entspricht; je reiner Zink ist, desto langsamer ent-wickelt es Wasserstoff; einige Tropfen Kuprisulfatlösung beschleunigen die Ent-wicklung.