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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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Man verteilt 23 g gröblich zerriebenes lufttrockenes Jod (also noch etwasfeuchtes) in einer 3040 cm langen engen Glasröhre schichtweise zwischen Glas-wolle und leitet durch diese Röhre das zu reinigende H 2 S-Gas. Das aus der Eöhreaustretende Gas wird dann durch Wasser gewaschen (zur Entfernung von mit-gerissenem Jod) und nun verwendet. Diese Methode gründet sich darauf, daßArsenwasserstoff und Jod sich bei gewöhnlicher Temperatur zu Arsenjodür undJodwasserstoffsäure umsetzen, während Schwefelwasserstoff auf festes oder instarker Jodwasserstoffsäure gelöstes Jod nicht einwirkt.

Darstellung von Ferrosulfat. Man versetzt den Rückstand im Ent-wicklungskolben noch mit 12 g koiiz. Schwefelsäure, kocht, bis jeder Ge-ruch nach H 2 S verschwunden ist und filtriert hierauf in eine Porzellanschale.Würde die Lösung nicht sauer sein, so fände eine Oxydation des in ihr ent-haltenen Ferrosulfats statt, was auch an der gelben Farbe des sonst grünlichenFiltrats zu erkennen ist. Das Filtrat wird bis zur Bildung einer Kristallhauteingedampft, die Kristalle gesammelt (S. 36) und möglichst rasch durch Pressenzwischen Filtrierpapier getrocknet.

Darstellung von Schwefelwasserstoffwasser, Aqua hydrosul-furata. Man leitet das H 2 S-Gas durch eine Waschflasche (Fig. 10B) mit wenigWasser und dann in eine Glasflasche, welche mit etwa 750 g luftfreien (auf-gekochten und wieder erkalteten) destillierten Wassers zu 2 / 8 angefüllt ist. Mauleitet das Gas in kleinen Blasen und in langsamem Strome in das Wasser, dasonst viel desselben unabsorbiert entweicht; alle 35 Minuten zieht man dasEinleitungsrohr aus dem Wasser und schüttelt die durch Aufdrücken desDaumens geschlossene Flasche tüchtig um; dies wiederholt man so oft, bis derDaumen nicht mehr angesaugt, sondern abgestoßen wird, indem jetzt das überdem Wasser befindliche Gas nicht mehr absorbiert wird, also in der Flaschebeim Schütteln kein Vakuum mehr entsteht; während man die Flasche schüttelt,leitet man das Gas in eine zweite Flasche.

Schwefelwasserstoffwasser dient wie H 2 S als Gruppenreagenz zurTrennung und Abscheidung der Metalle; als spez. Reagenz durch Bildungcharakteristisch gefärbter Sulfide. Werde wohlverkorkt in kleinen Flaschen,deren Hals in Wasser gestellt ist, aufbewahrt. Es sei klar, von starkem Gerüche,ohne Rückstand flüchtig, mit Ammoniak sich nicht dunkel färbend.

Darstellung von Ammonium hy drosulfuratum, Schwef elammo-nium. Dasselbe wird erhalten durch Einleiten von H 2 S (S. 51) in Ammoniak(S. 48), bis die Flüssigkeit Magnesiumsulfatlösung nicht mehr trübt; dient zurFällung der durch H\S nicht fällbaren Schwefelmetalle, sowie zur Trennung derSulfide des Arsens, Antimons und Zinns von den übrigen Metallsulfiden. An-fangs farbloses i NII 4 ) 2 S färbt sich bei Luftzutritt infolge von Oxydation bald gelb,unter Bildung von Polysulfiden; ist diese bis zu (NH 4 1 2 S 5 fortgeschritten, sogeht sie dann unter Bildung von Ammoniumthiosulfat weiter, so daß schließliehdie Flüssigkeit wieder farblos aber unbrauchbar wird: 2(NH 4 ) 2 S -4- O = 2 NH, -f-H 2 0 + (NH 4 ) 2 S 2 ; (i\TI 4 ) 2 S B + 80 = (NH 4 ),,S 2 0 3 + 3 S.

Farbloses (NH 4 ) 2 S wird durch überschüssige Säuren nur schwach getrübt,während gelbes (NH 4 ) 2 S 2 bis (NH 4 ). 2 S 5 viel weißen, milchigen Schwefel abscheidet.Dunkelgelb gewordenes Ammoniumsulfid ist mit farblosem zu verdünnen, dasonst sein hoher Sehwefelgehalt störend wirkt.

(ielbes Schwefelammonium ist dem farblosen für die meisten Zwecke vor-zuziehen und kann rasch durch Stehenlassen des farblosen mit Schwefelstückchenerhalten werden. In diesem Buche ist unter Ammoniumsulfid aus-schließlich das gelbe Schwefelammonium gemeint. Es sei hellgelb,