Druckschrift 
Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
Entstehung
Seite
51
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

51

schüssiger Salzsäure zur Trockne verdampft, hinterlasse es beim Wiederlösenin Wasser keinen Kückstand (Kieselsäure). Mit Cyankalium in Glasröhrchenerhitzt, entstehe kein dunkles Sublimat (Arsen).

Natrium Cobalto-nitrosum Natriumkobaltihexanitritlösung. Man bist5 T. Kobaltonitrat oder Kobaltochlorid und 10 T. Natriumnitrit in 90 T. Wasserund setzt 10 T. verd. Essigsäure zu; dann läßt man 24 Stunden stehen, damitanwesende geringe Kaliummengen sich als Kaliumkobaltihexanitrit absetzenund filtriert die gelbbraune Flüssigkeit ab; wird dieselbe im Laufe der Zeit rot,so ist wieder Natriumnitrit und Essigsäure zuzusetzen. Die Lösung dient alsReagenz auf Kaliumionen.

Natrium hydrotartaricum s. Acidum tartaricum.

Natrium phosphoricum, Phosphorsaures Natrium, gelöst in 19 T. dest.Wassers, dient zur Erkennung der Magnesiumsalze. Mische sich mit Ammoniakohne Trübung, die durch Baryum- oder Silbersalze entstandenen Niederschlägemüssen sieh mit Salpetersäure und zwar ohne Aufbrausen lösen.

Natrium phosphoricum ammoniatum, Phosphorsalz. Zu LötrohrreaktionenDie am Platindraht angeschmolzene Perle sei farblos (s. Schema 1).Natronkalk dient zum Nachweise des Stickstoffs in organ. Verb.NeTslers Reagenz. Zur Prüfung auf A mmoniak und dessen Verbindungen.5 T. Jodkalium werden in 5 T. heißen dest. Wassers gelöst und mit gesättigterheißer Merkurichloridlösung versetzt, bis eben ein bleibender roter Niederschlagentsteht. Hierauf setzt man eine Lösung von 15 T. Ätzalkali in 30 T. dest.Wassers hinzu, verdünnt auf 100 T., gießt nach dem Absetzen die klare Flüssig-keit in eine mit Gummipfropfen gut verschlossene Flasche.

Platinum chloratum, Platinichlorwasserstoffsäure, gelöst in 19 T. dest.Wassers. Eeagenz auf Kalium- und Ammoniumverbindungen und Alkaloide.Das Salz gibt nicht die Reaktion der Chlorionen, sondern der Ionen PtCl 6 " (S. 10).Plumbum aceticum, Bleiacetat, gelöst in 9 T. dest. Wassers, ist Gruppen-reagenz und spezielles Keagenz für Säuren. Die Lösung, mit Ammonium-karbonat gefällt, sei nach dem Filtrieren nicht bläulich gefärbt; mit Schwefel-wasserstoff gefällt und filtriert, hinterlasse sie keinen Rückstand. In der Lösungentsteht oft weiße Trübung von Bleikarbonat, entstanden durch das CO., der Luft.Reagenzpapiere s. S. 45 u. 46.

Schwefelwasserstoff. Derselbe wird für größeren Verbrauch im KippschenApparat (Fig. 11) beim jedesmaligen Bedarf hergestellt, für kleineren Verbrauchim Kolben, und zwar folgendermaßen:

Darstellung von Schwefelwasserstoff. 9 g grobkörniges Ferrosulfidübergießt man im Entwicklungskolben (Fig. 10) mit etwa 50 g Wasser und läßtdurch das Sicherheitsrohr langsam 10 g konzentrierte Schwefelsäure zufließen;schon bei Zusatz von 2 g Schwefelsäure beginnt die HS-Entwicklung, währendFerrosulfat in Lösung geht:

FeS + H 2 4 = FeS0 4 + H 2 S.88 + 98 = 152 + 34.Es geben also 9 g Ferrosulfid (entsprechend dem zehnten Teil der Grammengeder Gleichung) 3,4 g H 2 S oder 2,4 Liter H 2 S, da 1 Liter bei 15° etwa 1,4 gwiegt. Da 1 Liter Wasser bei 15° 3,2 Liter H 2 S-Gas absorbiert, so sind für dieentwickelten 2,4 Liter H 2 S-Gas an Wasser 750 g nötig, denn 3,2 : 1000 = 2,4 : 750.Darstellung von arsenfreiem Schwefelwasserstoff. Da Ferrosulfidstets Spuren von Arsen enthält und dieses sich als flüchtiger Arsenwasserstoff demH S S beimengt, so ist für die toxikologisch-chemische Analyse der H 2 S folgender-maßen arsenfrei zu machen:

4*