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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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sind die stark angehäuften Acetationen bestrebt, sich mit den in der Lösungvorhandenen Wasserstoffionen zu undissoziierter Essigsäure, d. h. zu einemsolchen Stoffe zu vereinigen, der ohnehin (wie alle schwachen Säuren) sich nichtleicht in Ionen spaltet. Infolge der Verringerung der AVasserstofl-Ionen wirdaber die Säure Wirkung schwächer, so daß durch Schwefelwasserstoff nunmehrFällung stattfindet.

Ammoniumhydroxyd gibt (als schwache Base) nur wenig Hydroxylionenneben der entsprechenden Menge Ammoniumionen. Ammoniumchlorid dagegengibt (wie alle Salze) viel Ammoniumionen, die infolge des Bestrebens, ihre Kon-zentration zu verringern, sich teilweise mit den Hydroxylionen wieder zuAnimoniunihydroxyd vereinigen, welches keine basische Wirkung mehr ausübt.Hierdurch erklärt sich die teilweise Fällbarkeit der Magnesiumsalze durchAmmoniumhydroxyd und ihre Nichtfällbarkeit, wenn gleichzeitig Ammonium-salze zugegen sind: bei Gegenwart von Ammoniumsalzen übt Ammoniumhydroxydschwächer basische Wirkung aus, als bei Abwesenheit von Ammoniumsalzen,genau wie die Essigsäure in der Säurewirkung geschwächt wird, wenn essig-saure Salze zugegen sind.

Pas Löslichkeitsprodukt. Der Analytiker hat die Aufgabe,behufs möglichst vollständiger Abscheidung von Niederschlägen in derLösung einen solchen Zustand herzustellen, dass der Niederschlagdarin möglichst wenig löslich ist. Im Falle einheitlich löslicher oderindifferenter Stoffe dient dazu einerseits niedrige Temperatur,andererseits ein Zusatz zum Lösungsmittel, welcher die Löslichkeit ver-mindert. Solche Zusätze bestehen aus Stoffen, in denen der festeKörper noch weniger löslich ist, als in dem Hauptbestandteil derFlüssigkeit; so wird manche organische Verbindung aus ihrer ätheri-schen Lösung durch leichtes Petroleum, oder Harz aus alkolischerLösung durch Wasser gefällt.

In dem Falle, daß der Niederschlag ein Elektrolyt ist, gibt esein sehr einfaches Mittel, seine Löslichkeit zu vermindern, nämlichden Zusatz eines anderen Elektrolyts, welcher ein Ion mit dem Nieder-schlag gemein hat.

In der gesättigten wässerigen Lösung eines Elektrolyts besteht nämlichein zusammengesetztes Gleichgewicht. Einmal steht der feste Stoff (Nieder-schlag) im Gleichgewicht mit dem nicht dissoziierten Anteil des in Lösung be-findlichen gleichen Stoffes; sodann ist aber dieser nichtdissoziierte Anteil seiner-seits im Gleichgewicht mit dem dissoziierten Teil oder den Ionen des gleichenStoffes. Da es sich hier um einen unlösl. Stoff, also einen solchen von unver-änderlicher Konzentration einerseits handelt, so muß die Konzentration desnichtdissoziierten Anteils in der Lösung einen ganz bestimmten Wert haben.Kür das zweite Gleichgewicht haben wir im einfachsten Falle, daß die Ionender Verbindung einwertig sind, wenn wir die Konzentrationen der Ionen mit r,und r a und die des nicht dissoziierten Anteiles mit R bezeichnen

r, r 2 = k R.

Da R, wie wir eben gesehen haben, bei gegebener Temperatur konstantist, so muß es auch k R und somit r 1 r 2 sein. Es findet also Gleichgewichtzwischen dem Niederschlag und der darüber stehenden Flüssigkeit statt, wenn