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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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unter Bildung eines dritten Stoffes reagiert, so verläuft die Reaktionniemals vollständig, sondern es bleibt stets eine bestimmte, wenn auchhäufig nur sehr kleine Menge der Ausgangsstoffe übrig. Dies rührtdaher, daß jeder Stoff das Bestreben hat, seine Konzentration mög-lichst zu verringern, welches auch vollständig erfüllt werden würde,wenn er gänzlich, z. B. durch Übergang in einen anderen Stoff, ver-schwinden könnte. Da aber auch den neugebildeten Reaktions-produkten, eine gleiche Tendenz zur Konzentrations Verringerung zu-kommt, die derjenigen der reagierenden Stoffe entgegenwirkt, sobleibt die Reaktion bei einem Punkte stehen, wo diese entgegen-gesetzten Tendenzen sich gerade gleich sind (ehem. Gleichgewicht);die Größe dieser ,, Versch windungstendenz* ist proportional der inder Volumeinheit vorhandenen Masse (Konzentration) jedes Stoffes.Das Massen Wirkungsgesetz lehrt: Das Bestreben, unter Bildung einesReaktionsproduktes zu verschwinden, ist den Konzentrationen (r,, r,)der reaktionsfähigen Stoffe proportional, dagegen umgekehrt propor-tional der Konzentration (R) des Reaktionsproduktes.

Es ist also die Proportionalitätskonstante k =

A3R

oder

(da r, .r 2 = k.R) die Konzentration des Reaktionsprodukts den Kon-zentrationen der reagierenden Stoffe proportional; ist k sehr groß,so bleibt im Gleichgewicht viel r t und r, neben wenig R bestehen;ist k sehr klein, so bildet sich sehr viel R und es verschwindet fastalles r, und r 2 .

Treffen daher in einer Lösung zwei Jonen r 5 und r 2 zusammen,deren Verb. (R) wenig dissoziierbar (k also klein) ist, so bildet sich dieseVerbindung, indem ein großer Teil der betreffenden Ionen verbrauchtwird; deshalb entsteht das kaum dissoziierende H() aus H' und<) II '-Ionen (bei der Neutralisation, s. S. 7), deshalb bildet sich die schwacheEssigsäure, Kohlensäure, Blausäure usw., wenn man in ihre starkdissoziierten Alkalisalze die H'-Ionen starker Säuren bringt.

Eisen-, Kobalt-, Nickelacetat werden bei Gegenwart von Essigsäure durchSchwefelwasserstoff nicht gefällt; dagegen tritt Fällung ein, wenn viel Natrium-azetat hinzugegeben wird. Früher suchte man das dadurch zu erklären, daßman sagte, die Essigsäure wird von Natriumacetat zu einem sauren Salze ge-bunden, während doch die Essigsäure als einbasische Säure gar keine saurenSalze zu bilden vermag. Die lonentheorie gibt folgende Erklärung:

Die Essigsäure ist als schwache Säure nur wenig gespalten in H' undC t H,0 4 ', daneben ist noch viel ungespaltene Essigsäure (LH 4 0 2 vorhanden; nu.die dissoziierte Essigsäure übt Säurewirkung proportional der Menge ihrer H'-Ionenaus; essigsaures Natrium ist nun wie alle Salze (auch die Salze schwacherSäuren) in wässriger Lösung stark dissoziiert; durch das Natriumacetat kommenalso in die essigsaure Lösung sehr viel Acetat-Ionen (neben Natriumionen) auseinem Stoffe, der leicht elektrolytisch dissoziiert. Da nun nach dein Massen-wirkungsgesetz alle Stoffe bestrebt sind, ihre Konzentration zu erniedrigen, so