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das Produkt der Konzentration der beiden Ionen (das Löslich-keit sprodukt), in die der Niederschlag zerfällt, einen bestimmten Wert hat.
Jedesmal, wenn in einer Flüssigkeit das Löslichkeitsprodukteines festen Körpers überschritten ist, ist die Flüssigkeit in bezugauf den festen Körper übersättigt; jedesmal, wenn in der Flüssig-keit das Löslichkeitsprodukt noch nicht erreicht ist, wirkt dieselösend auf den festen Körper.
Was die Anwendung des Satzes auf die Vollständigkeit der Abscheidungeines gegebenen Stoffes anlangt, so ist zu beachten, daß die analytische Auf-gabe darin besteht, ein bestimmtes Ion abzuscheiden; so wird der Niederschlagvon Baryumsulfat entweder erzeugt, um die vorhandenen SchwefelsäureionenS0 4 ", oder die Baryumionen Ba • • zu fällen, und man bringt die Abscheidungim ersten Falle durch den Zusatz einer Baryumsalzlös., im zweiten Falledurch den einer Sulfatlös. hervor. Denken wir uns, es handele sich um denersten Fall. Setzen wir genau die dem SO/' äquivalente Menge Baryumsalzhinzu, so bleibt etwas S0 4 " gelöst, nämlich so viel, daß die Menge mit dengleichfalls noch vorhandenen Ionen Ba ■ ■ das Löslichkeitsprodukt des Baryum-sulfats ergibt; setzen wir nun noch etwas Baryumsalz hinzu, so wird der ent-sprechende Faktor des Produkts vermehrt, der andere muß daher kleiner werden,und es schlägt sich noch etwas Baryumsulfat nieder, und durch weitere Ver-mehrung des Baryumsalzes wird eine weitere Wirkung in demselben Sinne her-vorgebracht.
Daraus ergibt sieh die Bedeutung der Kegel, die Fällung stets mit einemÜberschuß des Fällungsmittels zu bewirken, und daß dieser Überschuß um sobeträchtlicher sein muß, je löslicher der Niederschlag ist.
B. Chemische Apparate und Manipulationen.
I. Der Bunsenbrenner (Fig. l).
Die Konstruktion dieses in der Chemie zum Erhitzen fast aus-schließlieh gebrauchten Apparates beruht darauf, daß, wenn man ineine Flamme soviel Luft einleitet, als zur Verbrennung alles Kohlen-stoffs nötig ist, keine Kohlenstoffausscheidung stattfindet, und mandaher eine nichtleuchtende, aber sehr heiße Flamme erhält. DasLeuchtgas strömt durch eine Öffnung im Fuße in die angeschraubte,obere Röhre und mischt sich dort mit der durch c und d einströmen-den Luft. Schließt mau <• und d durch Drehen einer Kapsel, so wirdder Luftzutritt abgeschlossen und man erhält eine leuchtende, starkrußende Flamme, welche Reduktionsflamme heißt, weil der in ihrenthaltene glühende Kohlenstoff vielen Verbindungen deren Sauerstoffentzieht. Die nichtleuchtende Flamme heißt Oxydationsflamme, dasie infolge des überschüssigen Sauerstoffs oxydierend wirkt; in derheißesten Oxydationszone, der Schmelzzone, prüft man Substanzen aufSchmelzbarkeit, Flüchtigkeit, Flammenfärbung und Lichternissions-